Räder & Reifen¶
Diese Datei ist die Arbeitsreferenz für Räder, Reifen, Schläuche, Radlager, Speichen, Achsen und das Auswuchten der Yamaha SR125 (Modellcode 3MW5, Modelljahr 1996). Die SR125 fährt auf Speichenrädern mit Stahlfelgen: vorne 17 Zoll, hinten 16 Zoll, beide mit Schlauchreifen. Vorne sitzt die Bremsscheibe an der Nabe, hinten eine Trommelbremse und der Mitnehmer mit Kettenrad und Ruckdämpfer.
Alle Werte stehen metrisch und in US-Einheiten, in deutscher Zahlenschreibweise. Primärquelle ist das Yamaha-Werkstatthandbuch SR125 3MW-AE1 (Modelljahr 1997, Modellcode 3MW6). Die Teilenummern stammen aus den Yamaha-Teilekatalogen für 1996 (3MW5, Frankreich), 1997 (3MW6) und 1998 (3MW7, Deutschland) auf yamaha-parts.ca. Wichtig: Das Vorderrad der 1996er ist ein anderes als ab 1997: Nabe, Speichen, Felge, Radlager, Dichtringe und Tachoantrieb haben andere Teilenummern (siehe § 14). Maße und Grenzwerte des Handbuchs 1997 gelten für die 1996er deshalb nur mit Vorbehalt ⚠️.
Siehe auch: Übersicht & Identifikation · Beleuchtung & Instrumente (Tachoantrieb) · Sekundärantrieb (Kette) (Kettenrad, Ruckdämpfer, Achsmutter) · Vorderradfederung & Lenkung · Hinterradfederung · Bremsen · Rahmen, Fahrgestell & Anbauteile · Typische Probleme
Kurzübersicht¶
| Merkmal | Vorne | Hinten |
|---|---|---|
| Rad | Speichenrad, Stahlfelge | Speichenrad, Stahlfelge |
| Felge | 1.60 × 17 (Maulweite 40,6 mm / 1,60 in) | 1.85 × 16 (Maulweite 47,0 mm / 1,85 in) |
| Felgenschlag, Grenzwert (radial und axial) | 2 mm (0,08 in) | 2 mm (0,08 in) |
| Reifen | 3.00-17 45P, Schlauchreifen | 3.50-16 52P, Schlauchreifen |
| Erstausrüstung (Handbuch 1997) | Inoue 8F | Inoue 8RA |
| Luftdruck kalt, bis 90 kg (198 lb) Zuladung | 1,75 bar (25 psi) | 2,00 bar (29 psi) |
| Luftdruck kalt, 90 kg bis Maximum | 1,75 bar (25 psi) | 2,25 bar (33 psi) |
| Mindestprofiltiefe | Yamaha: 1,6 mm (0,063 in) · gesetzlich (Leichtkraftrad): 1,0 mm (0,04 in) | wie vorne |
| Achse | Steckachse, im Gabelholm verschraubt, mit Klemmschraube | Durchsteckachse M14 mit Mutter, Exzenter-Kettenspanner |
| Achse, Anzugsmoment | 59 N·m (43,5 ft·lb) · Klemmschraube M8 20 N·m (15 ft·lb) | 65 N·m (48 ft·lb) |
| Achse, Biegegrenze | 0,25 mm (0,010 in) | wie vorne (Handbuch verweist auf das Vorderrad) |
| Radlager (1996, laut Katalog) | 93306-30202 (Bauform 6302 ⚠️) | 93306-20226 (6202 ⚠️) + 93306-30202 (6302 ⚠️) |
| Speichennippel | 2 N·m (1,5 ft·lb) | 2 N·m (1,5 ft·lb) |
| Ventil-Kontermutter | 1,5 N·m (1,1 ft·lb) | 1,5 N·m (1,1 ft·lb) |
1. Räder und Felgen¶
| Merkmal | Vorne | Hinten | Quelle |
|---|---|---|---|
| Bauart | Speichenrad | Speichenrad | Handbuch S. 2-10 |
| Felgengröße | 17 × 1.60 | 16 × 1.85 | Handbuch S. 2-10 |
| Felgenwerkstoff | Stahl | Stahl | Handbuch S. 2-10 |
| Felgenschlag radial, Grenze | 2 mm (0,08 in) | 2 mm (0,08 in) | Handbuch S. 2-10 |
| Felgenschlag axial, Grenze | 2 mm (0,08 in) | 2 mm (0,08 in) | Handbuch S. 2-10 |
| Felge, Teilenummer 1996 | 94416-17507 | 94418-16506 | Katalog 3MW5 |
| Speichensatz, Teilenummer 1996 | 3MW-25104-00 | 3MW-25304-00 | Katalog 3MW5 |
- Felgenschlag messen: Rad aufbocken bzw. ausbauen und auf der Achse drehen, Messuhr an der Felgenschulter (radial) und an der Felgenflanke (axial) ansetzen. Über 2 mm (0,08 in): zuerst Speichen und Radlager prüfen, dann richten lassen oder Felge tauschen.
- Rad prüfen: auf Beulen, Risse und verbogene Speichen. Das Handbuch warnt ausdrücklich: „Never attempt to make any repairs to the wheel“ — Reparaturen am Rad selbst (Schweißen, Ausbeulen) sind tabu. Ein Neuspeichen oder Zentrieren in einer Speichenwerkstatt ist davon nicht betroffen.
- Stahlfelgen rosten. Bei alten SR125 ist Rost an Felgenbett und Nippeln der häufigste Befund. Rost im Felgenbett beschädigt den Schlauch; Felgenband dann immer mit erneuern (siehe § 6).
2. Reifen¶
| Position | Größe | Last-/Geschwindigkeitsindex | Bedeutung | Bauart |
|---|---|---|---|---|
| Vorne | 3.00-17 | 45P | 45 = 165 kg (364 lb) Traglast · P = 150 km/h (93 mph) | Diagonal, Schlauchreifen (TT) |
| Hinten | 3.50-16 | 52P | 52 = 200 kg (441 lb) Traglast · P = 150 km/h (93 mph) | Diagonal, Schlauchreifen (TT) |
- Zollmaß lesen:
3.00-17= Reifenbreite rund 3,00 in (76 mm) auf einer 17-Zoll-Felge (431,8 mm Felgendurchmesser);3.50-16= rund 3,50 in (89 mm) auf 16 Zoll (406,4 mm). Der Bindestrich steht für Diagonalbauweise. Bei Zollmaßen ist die Flankenhöhe etwa gleich der Breite. - Durchmesser: Beide Räder sind trotz unterschiedlicher Felgen etwa gleich groß: rechnerisch je ≈ 584 mm (23,0 in) Außendurchmesser, Abrollumfang statisch ≈ 1,83 m (6,0 ft), unter Last ≈ 1,80 m (5,9 ft) ⚠️ (berechnet, siehe Getriebe für die Geschwindigkeitstabelle).
- Geschwindigkeitsindex P (150 km/h / 93 mph) liegt weit über der Höchstgeschwindigkeit der SR125 von ≈ 100–105 km/h (62–65 mph). Höhere Indizes (R, S) sind zulässig, niedrigere nicht.
- Erstausrüstung: Das Handbuch 1997 nennt Inoue 8F vorne und 8RA hinten. Die Reifen-Teilenummern ändern sich 1997 (vorne 94130-17455 → 94130-17691, hinten 94135-16456 → 94135-16638); ob die 1996er ebenfalls Inoue trug, ist nicht belegt ⚠️.
- Handbuch-Regel: Vorder- und Hinterreifen sollen vom selben Hersteller und in gleicher Bauart sein.
Ersatzreifen in den Seriengrößen (Marktübersicht, Stand 2026)¶
| Größe | Hersteller & Profil | Index | Bauart | Anmerkung |
|---|---|---|---|---|
| 3.00-17 | Bridgestone L 301 | 45P | TT | entspricht genau dem Serienindex |
| 3.00-17 | Metzeler ME 22 | 50P | TT | Klassik-Profil, höhere Traglast |
| 3.00-17 | Heidenau K 36/1 | 50P | TT | Sportprofil |
| 3.00-17 | Heidenau K 58 | 50P | TT | Roller-/Mopedprofil |
| 3.00-17 | Michelin Anakee Street | 50P | TT | Straßen-/Enduroprofil |
| 3.00-17 | VEE Rubber VRM-015 / VRM158 | 48P / 47P | TT | Budget |
| 3.50-16 | Continental K 112 | 58P | TT | Klassik-Profil |
| 3.50-16 | Mitas H-06 | 58P | TT | Klassik-Profil |
| 3.50-16 | Heidenau K 33 | 58P | TT | Sportprofil, verstärkt |
| 3.50-16 | Heidenau K 29 | 60P | TT | verstärkt |
| 3.50-16 | Mitas E-05 | 58S | TT | Enduro-/Straßenprofil |
- Die Übersicht stammt aus dem Sortiment eines großen deutschen Reifenhändlers (reifen.com) ⚠️; Verfügbarkeit ändert sich laufend. Heidenau K 34 wird in diesen beiden Größen dort nicht geführt.
- Ein höherer Lastindex (z. B. 50 statt 45, 58 statt 52) ist erlaubt. Die Reifenbreite bleibt beim Zollmaß gleich; auf den schmalen Felgen (1.60 / 1.85) sind die Seriengrößen die sichere Wahl.
- Paarweise wählen: Wegen der Handbuch-Regel „gleicher Hersteller, gleiche Bauart“ vorne und hinten möglichst ein zusammenpassendes Paar montieren (z. B. Metzeler ME 22 vorne mit einem Klassik-Hinterreifen desselben Herstellers, soweit lieferbar ⚠️; sonst ein Paar desselben Herstellers mit ähnlichem Profilcharakter).
3. Rechtliches in Deutschland¶
Reifenbindung und Reifenfreigaben¶
Die Regeln für Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern hat das Bundesverkehrsministerium 2019 neu gefasst. Sie gelten für Reifen, die nach dem 31.12.2019 hergestellt wurden, und seit dem 1. Januar 2025 für alle Reifen.
| Fall | Was gilt |
|---|---|
| Fahrzeug mit EG-/EU-Typgenehmigung (Feld K der Zulassungsbescheinigung beginnt mit „e“ + Ziffer) | Gleiche Größe, anderer Hersteller: zulässig. Andere Größe innerhalb der im CoC genannten Grenzen mit mindestens gleichem Last-/Geschwindigkeitsindex: zulässig. Größe außerhalb: nur mit Nachweis nach § 19 Abs. 3 StVZO. |
| Fahrzeug mit nationaler Betriebserlaubnis (ABE) | Nur die in den Fahrzeugpapieren genehmigten Reifen. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Reifenherstellers reicht seit 2025 allein nicht mehr; nötig ist ein Nachweis nach § 19 Abs. 3 StVZO (z. B. Teilegutachten mit Änderungsabnahme) oder eine Begutachtung nach § 21 StVZO. Eine eingetragene Reifenbindung kann über eine vereinfachte „Hüllkurvenprüfung“ bei TÜV/DEKRA aufgehoben werden. |
- Die 1996er SR125 ist nach Baujahr sehr wahrscheinlich ein ABE-Fahrzeug (nationale Typgenehmigung vor der EU-Typgenehmigung für Krafträder) ⚠️. In der Zulassungsbescheinigung Teil I zeigt Feld K die Nummer der Typgenehmigung bzw. ABE. Im alten Fahrzeugschein gibt es kein Feld K; in welchem Feld dort die ABE-Nummer steht, ist nicht belegt ⚠️ (das Feld „zu 2“ ist die Herstellerschlüsselnummer und sagt darüber nichts aus, siehe Übersicht § Fahrzeugpapiere).
- Praktische Folge: Steht in den Papieren nur die Reifengröße ohne Fabrikatsbindung, darf jeder Reifen in dieser Größe mit mindestens dem eingetragenen Last- und Geschwindigkeitsindex montiert werden ⚠️. Steht dort eine Reifenbindung (Fabrikat/Profil, oft „Reifenbindung beachten“ unter Bemerkungen / Ziffer 22 bzw. 33), gilt nur das Eingetragene, bis die Bindung per Gutachten aufgehoben ist.
- Vor jedem Reifenkauf also die Papiere lesen; bei Unklarheit TÜV oder DEKRA fragen. Mit einem nicht zulässigen Reifen erlischt die Betriebserlaubnis.
Profiltiefe und Reifenalter¶
| Punkt | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Gesetzliche Mindestprofiltiefe Leichtkraftrad | 1,0 mm (0,04 in) | § 36 Abs. 2 StVZO: „bei … Leichtkrafträdern eine Profiltiefe von mindestens 1 mm“ |
| Gesetzliche Mindestprofiltiefe sonstige Krafträder | 1,6 mm (0,063 in) | § 36 Abs. 2 StVZO |
| Yamaha-Verschleißgrenze | 1,6 mm (0,063 in) vorne und hinten | Handbuch S. 3-27 |
- Die SR125 ist als Leichtkraftrad eingestuft (siehe Übersicht). Gesetzlich genügen 1 mm (0,04 in); Yamaha schreibt 1,6 mm (0,063 in) vor. Empfehlung: spätestens bei 1,6 mm (0,063 in) wechseln — auf nasser Fahrbahn verliert ein fast abgefahrener Schlauchreifen deutlich an Haftung.
- Reifenalter: Eine gesetzliche Altersgrenze für Motorradreifen gibt es nicht. Allgemeine Empfehlung: ab etwa 5 Jahren jährlich auf Risse und Verhärtung prüfen, spätestens nach 8–10 Jahren ersetzen ⚠️ (allgemeine Faustregel, keine Yamaha-Angabe). Das Herstelldatum steht in der DOT-Nummer (vier Ziffern: Woche und Jahr, z. B.
2319= 23. Woche 2019). - Bei selten gefahrenen SR125 ist das Alter oft das Tauschkriterium, nicht das Profil. Bei der Hauptuntersuchung beanstandet der Prüfer sichtbare Risse in Flanke und Profilgrund.
4. Luftdruck¶
| Beladung | Vorne | Hinten |
|---|---|---|
| Bis 90 kg (198 lb) Zuladung (Fahrer, Gepäck, Zubehör) | 175 kPa · 1,75 bar (25 psi) | 200 kPa · 2,00 bar (29 psi) |
| 90 kg (198 lb) bis Maximum | 175 kPa · 1,75 bar (25 psi) | 225 kPa · 2,25 bar (33 psi) |
| Last-Eckdaten (Handbuch S. 3-26) | Wert |
|---|---|
| Grundgewicht (mit Öl und vollem Tank) | 113 kg (249 lb) |
| Maximale Zuladung (Fahrer, Sozius, Gepäck, Zubehör) | 164 kg (362 lb) |
- Nur kalt messen. Handbuch: „Tire inflation pressure should only be checked and adjusted when the tire temperature equals the ambient air temperature.“ Faustregel: ≈ 0,1 bar (1,5 psi) je 10 °C (18 °F) Temperaturänderung.
- Der Vorderreifen bleibt bei jeder Beladung auf 1,75 bar (25 psi). Hinten wird ab 90 kg (198 lb) Zuladung (Fahrer, Sozius, Gepäck) auf 2,25 bar (33 psi) erhöht.
- Schlauchreifen verlieren schneller Luft als schlauchlose Reifen (Diffusion durch den Schlauch). Luftdruck mindestens alle zwei Wochen prüfen; zu wenig Druck lässt den Reifen auf der Felge wandern und kann das Ventil abreißen (siehe § 6).
- Ein Überladen warnt das Handbuch ausdrücklich: „Operation of an overloaded motorcycle could cause tire damage, accident or injury.“
5. Speichen¶
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Speichennippel, Anzugsmoment | 2 N·m (1,5 ft·lb) (Handbuch S. 3-28) |
| Prüfen | vor und nach dem Einfahren, danach bei jeder Inspektion |
| Speichensatz vorne | 1996: 3MW-25104-00 · ab 1997: 4WP-25104-00 |
| Speichensatz hinten | 3MW-25304-00 (1996–1998 gleich) |
- Klangprobe (Handbuch): Mit einem Schraubendreher gegen jede Speiche tippen. Eine feste Speiche klingt hell und klar, eine lose dumpf. Lose Speichen nachziehen.
- Handbuch-Hinweis: „Be sure to tighten the spokes before and after break-in.“ Nach dem Nachziehen immer den Felgenschlag prüfen (§ 1).
- Speichen nur mit passendem Nippelspanner und in kleinen Schritten (¼ Umdrehung) nachziehen, reihum. Einzelne stark angezogene Speichen verziehen die Felge.
- Verbogene oder gerissene Speichen ersetzen. Zieht eine Speiche zu weit durch den Nippel, kann sie den Schlauch durchstechen — nach dem Nachziehen innen am Felgenbett auf überstehende Speichenenden prüfen (dafür Reifen demontieren).
- Stark verrostete Nippel lassen sich oft nicht mehr drehen. Dann ist ein Neuspeichen (Speichensatz, ggf. Edelstahl) in einer Speichenwerkstatt die saubere Lösung ⚠️ (Nachrüst-Edelstahlspeichen brauchen keine Eintragung, solange Felge und Nabe original bleiben — im Zweifel TÜV fragen).
6. Schläuche, Felgenband und Ventil¶
| Teil | Vorne (1996) | Hinten (1996) | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Schlauch | 94227-17106 („Tube 1E2“) | 94232-16166 | 1996–1998 gleiche Teilenummern |
| Felgenband | 94332-17112 (3.25-17) | 94330-16058 | ab 1997: vorne 94327-17079, hinten 94332-16113 |
| Ventil-Kontermutter | 1,5 N·m (1,1 ft·lb) | 1,5 N·m (1,1 ft·lb) | Handbuch S. 3-27 |
- Nur Schlauchreifen mit Schlauch. Die Felgen sind Speichenfelgen, nicht luftdicht. Handbuch: den richtigen Schlauch verwenden; schlauchlose Reifen dürfen auf Schlauchfelgen nur mit Schlauch gefahren werden ⚠️ (Handbuch-Auszug: „be sure to install the correct tube when using tube type tires“; ob TL-Reifen mit Schlauch freigegeben sind, beim Reifenhersteller prüfen).
- Schlauch nicht flicken. Handbuch: „Patching a punctured tube is not recommended“ — nach einer Panne den Schlauch so bald wie möglich gegen einen guten neuen tauschen.
- Neuer Schlauch bei jedem Reifenwechsel ist die übliche Werkstattpraxis: Alte Schläuche sind gedehnt und schlagen im neuen Reifen Falten.
- Felgenband schützt den Schlauch vor Speichenenden und Rost. Bei jedem Reifenwechsel prüfen und bei Rissen, Verschiebung oder Rostspuren ersetzen.
- Ventil: Die Kontermutter nur leicht anziehen (1,5 N·m / 1,1 ft·lb). Sitzt das Ventil schräg, ist der Reifen auf der Felge gewandert (zu wenig Luftdruck oder zu viel Montagepaste) — Luft ablassen, Reifen zurückdrehen, Druck einstellen. Ein schräges Ventil reißt irgendwann ab.
- Reifenhalter (Felgenschloss): Im Katalog 1996 ist kein Reifenhalter aufgeführt ⚠️; bei der geringen Leistung der SR125 ist er auch nicht üblich.
7. Radlager und Dichtringe¶
Die Radlager sind Rillenkugellager mit einem Distanzrohr zwischen den Lagern. Die Yamaha-Nummern 93306-XXXYY enthalten die Lagerbezeichnung (z. B. 93306-202… = 6202, 93306-302… = 6302); die Bauformen unten sind daraus abgeleitet ⚠️.
| Einbauort | 1996 (3MW5) | ab 1997 (3MW6, 3MW7) | Bauform (abgeleitet) | Maße Innen × Außen × Breite |
|---|---|---|---|---|
| Vorderrad | 93306-30202 ⚠️ (Katalog: Menge 1; Handbuch zeigt zwei Lager — Nummer des zweiten Lagers nicht belegt) | 93306-20203 ⚠️ (Menge 1 im Katalog) | 1996: 6302 · ab 1997: 6202 | 6302: 15 × 42 × 13 mm (0,59 × 1,65 × 0,51 in) · 6202: 15 × 35 × 11 mm (0,59 × 1,38 × 0,43 in) |
| Vorderrad, Dichtringe | 93102-22014 + 93105-45017 (Tachoseite) | 93106-22032 | — | 22 × 42 × 7 mm (0,87 × 1,65 × 0,28 in) · 45 × 56 × 6 mm (1,77 × 2,20 × 0,24 in) ⚠️ (Innen-Ø aus der Teilenummer; Außen-Ø und Breite nicht belegt) |
| Vorderrad, Distanzrohr / -flansch | 90560-15161 + Flansch 146-25115 | 90560-15240 (kein Flansch im Katalog) | — | — |
| Hinterrad, Lager 1 | 93306-20226 („3DL“) | 93306-20203 | 6202 | 15 × 35 × 11 mm (0,59 × 1,38 × 0,43 in) |
| Hinterrad, Lager 2 | 93306-30202 | 93306-30202 | 6302 | 15 × 42 × 13 mm (0,59 × 1,65 × 0,51 in) |
| Hinterrad, Dichtring | 93102-22014 | 93102-22014 | — | 22 × 42 × 7 mm (0,87 × 1,65 × 0,28 in) ⚠️ (Außen-Ø und Breite nicht belegt) |
| Hinterrad, Distanzrohr / -flansch | 90560-15313 + Flansch 146-25116 | 90560-15313 + Flansch 136-25115 | — | — |
- Prüfen (Handbuch): Rad aufbocken und drehen. Die Lager müssen leicht, ohne Rauheit und ohne Spiel laufen; Rad an der Felge seitlich rütteln. Bei Spiel oder Rauheit beide Lager des Rads erneuern. Dichtringe auf Verschleiß und Beschädigung prüfen.
- Ausbau: Laut Handbuch mit einem Lagerabzieher (Innenauszieher). Die Reihenfolge vorne: Dichtring → Lager → Distanzrohr → Distanzflansch → Lager.
- Einbau (Handbuch): Lager und Dichtringlippen mit Lithiumseifenfett schmieren. Lager nur am Außenring eintreiben: „Do not strike the inner race of balls of the bearing. Contact should be made only with the outer race.“ Passende Nuss oder Treibdorn mit Außenring-Durchmesser verwenden. Immer neue Dichtringe verwenden, Herstellerbeschriftung nach außen.
- Distanzrohr nicht vergessen. Fehlt es, klemmt die Achse die Innenringe zusammen und die Lager sind nach kurzer Zeit zerstört.
- Nicht blind nach Baujahr bestellen: Vorne haben 1996er und 1997er Lager verschiedene Teilenummern (nach dem Nummernschema 6302 bzw. 6202 ⚠️) und sitzen in verschiedenen Naben; sie sind deshalb sehr wahrscheinlich nicht untereinander tauschbar. Hinten sind die Bauformen gleich, die Teilenummer des 6202 wechselt aber (Dichtungsart oder Lagerluft ⚠️). Am sichersten: altes Lager ausbauen und die Bezeichnung auf dem Lager ablesen.
8. Achsen und Anzugsmomente¶
| Verbindung | Gewinde | Anzugsmoment | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| Vorderachse | M14 | 59 N·m (43,5 ft·lb) | Einbauseiten (Online-S. 151, Online-S. 156) und spaltengenaue Drehmomenttabelle, siehe Anzugsdrehmomente |
| Klemmschraube Vorderachse | M8 | 20 N·m (15 ft·lb) | erst nach der Achse anziehen; Gewinde laut spaltengenauer Drehmomenttabelle (19) |
| Bremsscheibe an Nabe | M8 | 23 N·m (17 ft·lb) | Wert aus dem Handbuch 1997; die 1996er hat andere Scheibenschrauben (90109-08718), Übertragbarkeit ⚠️. Über Kreuz in Stufen; Details in Bremsen |
| Bremssattel an Gabel | M10 | 40 N·m (30 ft·lb) | Wert aus dem Handbuch 1997 (4HM-Sattel); die 1996er hat einen anderen Sattel und eine andere Sattelschraube (90105-10634), Übertragbarkeit ⚠️. Siehe Bremsen |
| Hinterachsmutter | M14 | 65 N·m (48 ft·lb) | 1996: Kronenmutter 90171-14056 + Splint 91490-30030; ab 1997 selbstsichernde Mutter 90185-14081 |
| Kettenrad am Mitnehmer | M10 | 40 N·m (30 ft·lb) | siehe Sekundärantrieb |
| Momentabstützung an Bremsankerplatte | M8 | 20 N·m (15 ft·lb) | 1996 und 1997: Mutter + Splint (Teilenummern verschieden, Mutterntyp nicht geklärt ⚠️; siehe § 14) |
| Speichennippel | — | 2 N·m (1,5 ft·lb) | |
| Ventil-Kontermutter | — | 1,5 N·m (1,1 ft·lb) |
| Achse | 1996 (3MW5) | 1997 (3MW6) | 1998 (3MW7, Deutschland) |
|---|---|---|---|
| Vorderachse | 3M5-25181-00 | 3M5-25181-00 | 3MW-25181-00 |
| Hinterachse | 5H0-25381-00 | 5H0-25381-00 | 3MW-25381-00 |
| Distanzhülse vorne | 90387-154E0 | 90387-155F2 („12T“) | 90387-155F2 |
| Distanzhülsen hinten | 90387-154E0 + 90387-154E1 | gleich | gleich |
- Biegegrenze beider Achsen: 0,25 mm (0,010 in). Achse auf einer ebenen Fläche rollen oder zwischen Spitzen mit Messuhr prüfen. Handbuch: eine verbogene Achse nicht richten, sondern ersetzen.
- Reihenfolge vorne: erst die Achse festziehen, dann die Gabel einige Male kräftig einfedern (Handbuch: „check for proper fork operation“), zuletzt die Klemmschraube. So richtet sich der Holm spannungsfrei aus.
- 1996er Kronenmutter: Nach dem Festziehen auf 65 N·m (48 ft·lb) bis zum nächsten Schlitz weiterdrehen, nie zurückdrehen, dann einen neuen Splint einsetzen und umbiegen (siehe Sekundärantrieb § 6).
9. Vorderrad aus- und einbauen¶
Ausbaufolge laut Handbuch (Online-S. 151): Tachowelle → Klemmschraube der Achse → Achse → Vorderrad → Distanzhülse → Tachoantrieb (Getriebeeinheit) → Bremsscheibe (nur bei Bedarf).
- Motorrad sicher abstützen (Handbuch-Warnung). Auf dem Hauptständer das Vorderrad entlasten: Unterlage unter den Motor bzw. Rahmen, bis das Vorderrad frei ist.
- Tachowelle am Tachoantrieb abschrauben.
- Klemmschraube am Gabelholm lösen, Achse herausdrehen und herausziehen.
- Rad nach unten aus der Gabel nehmen. Die Bremsscheibe gleitet dabei aus dem Sattel.
- Handbremshebel nicht betätigen, solange das Rad ausgebaut ist, sonst werden die Kolben herausgedrückt. Einen Holz- oder Kunststoffkeil zwischen die Beläge stecken.
- Rad nicht auf der Bremsscheibe ablegen (Handbuch: Bremsscheibe nicht beschädigen).
Einbau (Online-S. 155–156):
- Achse, Lager, Dichtringlippen und die Zahnräder des Tachoantriebs mit Lithiumseifenfett schmieren.
- Tachoantrieb auf die Nabe setzen: Die zwei Nasen der Nabe bzw. des Mitnehmers müssen in die zwei Schlitze der Getriebeeinheit greifen.
- Rad einsetzen: Der Schlitz der Getriebeeinheit muss über den Anschlag am Gabel-Außenrohr greifen (Verdrehsicherung). Sonst dreht sich die Einheit mit und reißt die Tachowelle ab (siehe Beleuchtung & Instrumente § 8.1).
- Achse einschieben, auf 59 N·m (43,5 ft·lb) anziehen.
- Gabel mehrmals einfedern, dann die Klemmschraube mit 20 N·m (15 ft·lb) anziehen.
- Bremsschlauch-Verlegung prüfen (Handbuch), Tachowelle anschließen, Handbremshebel mehrmals ziehen, bis die Beläge anliegen, und die Bremswirkung prüfen.
-
Rad drehen: Tachonadel muss sich bewegen, die Scheibe darf nicht schleifen.
-
1996er Tachoantrieb: Die 1996er hat laut Katalog einen separaten Mitnehmer (341-25149, „Clutch, meter“) mit Halter (341-25846) in der Nabe und die Getriebeeinheit 4X8-25190-01 ⚠️; ab 1997 nur noch die Getriebeeinheit 4WP-25190-00. Die Handbuch-Beschreibung (Nasen in Schlitze) gilt sinngemäß; Mitnehmer beim Radausbau nicht verlieren.
10. Hinterrad aus- und einbauen¶
Die Hinterradnabe trägt die Trommelbremse (Bremsankerplatte mit Momentabstützung) und den Mitnehmer mit Kettenrad und Ruckdämpfer. Details zu Kette und Kettenrad stehen in Sekundärantrieb (Kette), zur Bremse in Bremsen.
Ausbau (praktische Reihenfolge, abgeleitet aus Handbuch Online-S. 171 und Kettenkapitel ⚠️):
- Motorrad auf den Hauptständer, Hinterrad frei.
- Einstellmutter der Bremsstange an der Bremsankerplatte abschrauben, Bremsstange aus dem Bremshebel lösen.
- Momentabstützung an der Bremsankerplatte lösen (1996 und 1997: Splint und selbstsichernde Mutter; Splint erneuern).
- Splint der Achsmutter ziehen (1996), Achsmutter lösen und abschrauben.
- Rad nach vorne schieben und die Kette vom Kettenrad nehmen. Ob dafür der Kettenkasten ganz oder teilweise abgebaut werden muss, ist im Handbuch-Auszug (Online-S. 171) nicht eindeutig ⚠️ (für den Kettenwechsel nennt das Handbuch den Ausbau des Kettenkastens).
- Achse herausziehen, dabei die Exzenter-Kettenspanner und die Distanzhülsen in ihrer Lage merken. Rad nach hinten herausnehmen, Bremsankerplatte aus der Nabe ziehen.
Einbau:
- Lager, Dichtringlippe und Achse leicht mit Lithiumseifenfett schmieren; Distanzhülsen auf der richtigen Seite einsetzen.
- Bremsankerplatte einsetzen, Rad einsetzen, Kette auflegen, Achse durchstecken.
- Momentabstützung mit 20 N·m (15 ft·lb) befestigen (neuer Splint).
- Kettendurchhang mit den Exzentern auf 25–35 mm (1,0–1,4 in) einstellen und beide Markierungen gleich stellen (siehe Sekundärantrieb § 6).
- Achsmutter 65 N·m (48 ft·lb); 1996er Kronenmutter mit neuem Splint sichern.
- Hinterradbremse einstellen: Leerweg am Fußbremshebel 20–30 mm (0,8–1,2 in), Bremslichtschalter prüfen (siehe Bremsen).
- Rad drehen: Es darf nicht schleifen; Bremse und Bremslicht prüfen.
11. Reifen wechseln (Schlauchreifen)¶
Die Montage ist mit zwei bis drei Montiereisen, Felgenschutz und Montagepaste gut selbst machbar. Bei Speichenrädern ist Vorsicht nötig, weil der Schlauch leicht eingeklemmt wird.
- Ventileinsatz herausdrehen, Luft vollständig ablassen, Ventil-Kontermutter abschrauben.
- Wulst lösen: Reifen rundum vom Felgenhorn ins Tiefbett drücken (bei alten Reifen mit Wulstbrecher oder durch Treten auf den Reifen, nicht auf die Felge).
- Gegenüber dem Ventil beginnen: Wulst im Tiefbett halten, mit den Montiereisen und Felgenschutz die obere Wulst über das Felgenhorn hebeln. Zum Ventil hin arbeiten.
- Schlauch herausziehen, zuletzt das Ventil durch das Ventilloch drücken. Dann die zweite Wulst abhebeln.
- Felgenbett prüfen: Felgenband, Rost, überstehende Speichenenden. Felgenband bei Bedarf erneuern.
- Laufrichtung auf dem neuen Reifen beachten (Pfeil auf der Flanke). Leichtpunkt-Markierung (meist ein Farbpunkt) am Ventil ausrichten ⚠️ (herstellerabhängig).
- Erste Wulst auf die Felge montieren. Neuen Schlauch leicht aufpumpen, bis er rund ist, dünn mit Talkum einpudern, einlegen, Ventil durch das Ventilloch führen und die Kontermutter nur lose ansetzen.
- Zweite Wulst vom Ventil weg montieren, dabei die Wulst gegenüber immer ins Tiefbett drücken. Montiereisen nur flach ansetzen, damit der Schlauch nicht eingeklemmt wird. Am Ventil zuletzt das Ventil etwas in den Reifen drücken, damit der Schlauch nicht unter der Wulst liegt.
- Mit Montagepaste an der Wulst aufpumpen, bis die Zentrierlinie rundum gleichmäßig über dem Felgenhorn sitzt. Den maximalen Setzdruck laut Reifenflanke nicht überschreiten.
- Luft ganz ablassen und wieder aufpumpen: So legt sich ein verdrehter Schlauch glatt. Dann Solldruck einstellen, Ventil-Kontermutter 1,5 N·m (1,1 ft·lb), Ventilkappe aufschrauben.
- Auswuchten (§ 12).
- Einfahren: Neue Reifen sind anfangs glatt. Handbuch: nach der Montage zurückhaltend fahren, damit sich der Reifen richtig auf der Felge setzt.
12. Auswuchten¶
Handbuch: „Always balance the wheel when a tire or wheel has been changed or replaced.“ Das Handbuch beschreibt das statische Auswuchten (Online-S. 156–157):
- Vorhandene Auswuchtgewichte entfernen. Vorderrad mit montierter Bremsscheibe auswuchten (Handbuch-Hinweis).
- Rad auf einem geeigneten Auswuchtbock leichtgängig lagern.
- Rad drehen und auspendeln lassen. Tiefsten Punkt mit „X₁“ markieren.
- Rad so drehen, dass X₁ um 90° nach oben steht, loslassen, auspendeln lassen, tiefsten Punkt mit „X₂“ markieren.
- Wiederholen, bis alle Markierungen an derselben Stelle liegen: Das ist der schwere Punkt „X“.
- Auswuchtgewicht genau gegenüber von X anbringen, mit dem leichtesten Gewicht beginnen.
- Rad so drehen, dass X um 90° nach oben steht. Bleibt das Rad dort stehen, ist es ausgewuchtet; sonst Gewicht ändern.
-
Kontrolle: Rad in mehrere Stellungen drehen. Es muss in jeder Stellung stehen bleiben; sonst Schritte wiederholen.
-
Gewichte für Speichenräder: Klemmgewichte für Speichennippel oder Wickelgewichte um die Speiche; Klebegewichte halten auf lackierten oder verrosteten Stahlfelgen schlecht ⚠️ (Werkstattpraxis). Teilenummern der Serien-Auswuchtgewichte sind im Katalog 1996 nicht aufgeführt.
- Ein nicht ausgewuchtetes Vorderrad macht sich bei der SR125 wegen der geringen Geschwindigkeit oft kaum bemerkbar, verursacht aber ungleichmäßigen Verschleiß. Auswuchten lohnt sich trotzdem.
13. Tachoantrieb am Vorderrad¶
- Die Getriebeeinheit sitzt links an der Vorderradnabe ⚠️ (Seite nicht aus dem Handbuch belegt; sie liegt üblicherweise gegenüber der Bremsscheibe, deren Einbauseite für 1996 und ab 1997 ungeklärt ist, siehe Bremsen) und treibt über die Tachowelle den mechanischen Tachometer an (Details, Schmierung und Fehlerbilder in Beleuchtung & Instrumente § 8.1).
- 1996: Getriebeeinheit 4X8-25190-01 ⚠️ mit Mitnehmer 341-25149 und Halter 341-25846 (Katalog 3MW5). Ab 1997: 4WP-25190-00 ohne separat gelisteten Mitnehmer. Die Einheiten gehören zur jeweiligen Nabe und sind nicht ohne Weiteres tauschbar ⚠️.
- Bei jedem Radausbau das Zahnrad der Getriebeeinheit mit Lithiumseifenfett schmieren (Handbuch Online-S. 155).
- Tachoabweichung nach Reifenwechsel: Nur die Reifengröße des Vorderrads beeinflusst die Tachoanzeige. Mit der Seriengröße 3.00-17 bleibt die Anzeige im Rahmen der Toleranz.
14. Unterschiede 1996 gegenüber 1997 und 1998¶
Vergleich der Teilekataloge 3MW5 (1996, Frankreich), 3MW6 (1997) und 3MW7 (1998, Deutschland) auf yamaha-parts.ca.
Vorderrad — 1997 grundlegend geändert¶
| Teil | 1996 (3MW5) | 1997 (3MW6) | 1998 (3MW7, D) |
|---|---|---|---|
| Nabe | 2UJ-25111-00-38 | 4DN-25111-20-35 | 4DN-25111-20-35 |
| Radlager | 93306-30202 (6302 ⚠️) | 93306-20203 (6202 ⚠️) | 93306-20203 |
| Dichtringe | 93102-22014 + 93105-45017 | 93106-22032 | 93106-22032 |
| Distanzrohr / -flansch | 90560-15161 + 146-25115 | 90560-15240 | 90560-15240 |
| Tachoantrieb | 4X8-25190-01 ⚠️ + Mitnehmer 341-25149 + Halter 341-25846 | 4WP-25190-00 | 4WP-25190-00 |
| Speichensatz | 3MW-25104-00 | 4WP-25104-00 | 4WP-25104-00 |
| Felge | 94416-17507 | 94416-17557 | 94416-17576 |
| Reifen | 94130-17455 | 94130-17691 | 94130-17691 |
| Schlauch | 94227-17106 | 94227-17106 | 94227-17106 |
| Felgenband | 94332-17112 | 94327-17079 | 94327-17079 / 94332-17112 |
| Achse | 3M5-25181-00 | 3M5-25181-00 | 3MW-25181-00 |
| Distanzhülse | 90387-154E0 | 90387-155F2 | 90387-155F2 |
Hinterrad — nur Kleinteile geändert¶
| Teil | 1996 (3MW5) | 1997 (3MW6) | 1998 (3MW7, D) |
|---|---|---|---|
| Nabe | 3MW-25311-00-38 | 3MW-25311-00-35 | 3MW-25311-00-35 |
| Radlager 1 | 93306-20226 („3DL“) | 93306-20203 | 93306-20203 |
| Radlager 2 | 93306-30202 | 93306-30202 | 93306-30202 |
| Distanzflansch | 146-25116 | 136-25115 | 136-25115 |
| Dichtring | 93102-22014 | 93102-22014 | 93102-22014 |
| Speichensatz / Felge | 3MW-25304-00 / 94418-16506 | gleich | gleich |
| Reifen | 94135-16456 | 94135-16638 | 94135-16638 |
| Felgenband | 94330-16058 | 94332-16113 | 94332-16113 |
| Kettenrad-Befestigung | Mutter 90170-10219 + Scheibe 5H0-25412 | selbstsichernde Mutter 90185-10091 | wie 1997 |
| Achse | 5H0-25381-00 | 5H0-25381-00 | 3MW-25381-00 |
| Achsmutter | Kronenmutter 90171-14056 + Splint 91490-30030 | selbstsichernde Mutter 90185-14081 | selbstsichernde Mutter 90185-14081 |
| Momentabstützung, Mutter | 95617-08200 + Splint 91490-20025 | 95607-08200 + Splint 91401-20015 oder 91401-20012 ⚠️ (die Katalogauslesungen widersprechen sich; eine führt 91401-20012 erst ab 1998) | 95607-08200 + Splint 91401-20012 |
- Fazit: Das Vorderrad der 1996er gehört noch zur älteren Ausführung (Nabe 2UJ, Lager 6302 ⚠️, separater Tacho-Mitnehmer). Ab 1997 kommt ein anderes Vorderrad (Nabe 4DN, Lager 6202 ⚠️, Tachoantrieb 4WP). Die Reifengröße bleibt gleich; die Achsen sind 1996 und 1997 gleich und haben 1998 neue Teilenummern (3MW-25181-00 / 3MW-25381-00). Beim Hinterrad ändern sich 1997 Lager-Variante, Distanzflansch, Befestigungsteile sowie die Teilenummern von Reifen und Felgenband.
- Teilekauf: Radlager, Dichtringe, Speichen, Felge und Tachoantrieb vorne immer nach Modellcode bzw. nach dem ausgebauten Teil bestellen. Ein „SR125-Radlagersatz“ aus dem Zubehör kann für die 1997er Nabe gedacht sein.
- Ob die deutsche 1996er dieselben Teile wie die französische 3MW5 hat, ist nicht belegt ⚠️ (für 1996 gibt es keinen deutschen Katalogeintrag).
15. Fehlerdiagnose¶
| Symptom | Mögliche Ursache | Abhilfe |
|---|---|---|
| Pendeln oder Flattern der Front | Luftdruck falsch, Speichen lose, Radlager verschlissen, Reifen verformt oder überaltert, Lenkkopflager | Druck 1,75 bar (25 psi) prüfen, Klangprobe Speichen, Lager prüfen, Felgenschlag messen; Lenkkopf siehe Vorderradfederung & Lenkung |
| Schlag bei jeder Radumdrehung | Felgenschlag > 2 mm (0,08 in), Reifen nicht zentriert (Zentrierlinie), Beule | Zentrierlinie prüfen, Reifen neu setzen, Felgenschlag messen, Speichen zentrieren lassen |
| Luftverlust ohne sichtbare Ursache | Ventil undicht, Schlauch porös, Speichenende sticht, Felgenband verrutscht | Ventileinsatz prüfen, Schlauch im Wasserbad prüfen, Felgenbett kontrollieren, neuer Schlauch und neues Felgenband |
| Ventil steht schräg | Reifen auf der Felge gewandert (zu wenig Druck) | Luft ablassen, Reifen zurückdrehen, Solldruck einstellen |
| Mahlen oder Brummen beim Rollen | Radlager defekt | Lager beider Seiten erneuern (§ 7) |
| Seitliches Spiel am Rad | Radlager verschlissen, Achse nicht festgezogen, Distanzrohr fehlt | Achse auf Drehmoment, Lager und Distanzrohr prüfen |
| Tacho zeigt nichts nach Radeinbau | Tachoantrieb nicht in die Nabe eingerastet oder nicht an der Gabel abgestützt, Tachowelle abgerissen | Rad ausbauen, Nasen/Schlitze und Verdrehsicherung prüfen (§ 9) |
| Speichen klingen dumpf | Speichen lose | Nachziehen mit 2 N·m (1,5 ft·lb), danach Felgenschlag prüfen |
| Einseitig abgefahrener Hinterreifen | Rad schief (Exzenter-Markierungen ungleich) | Markierungen links/rechts angleichen (Sekundärantrieb) |
| Risse in Flanke oder Profilgrund | Reifen überaltert, dauerhaft zu wenig Luft, UV | Reifen ersetzen, DOT-Datum prüfen |
| Hinterrad schleift nach Einbau | Bremse zu eng eingestellt, Momentabstützung falsch | Bremsleerweg 20–30 mm (0,8–1,2 in) einstellen, Abstützung prüfen |
16. Wartungsübersicht¶
| Arbeit | Intervall | Quelle |
|---|---|---|
| Luftdruck prüfen (kalt) | alle zwei Wochen und vor längeren Fahrten | Praxis (Schlauchreifen) |
| Reifen auf Profil, Risse, Fremdkörper prüfen | bei jeder Inspektion (alle 6.000 km / 3.700 mi) und vor Fahrtantritt | Handbuch |
| Speichen prüfen und nachziehen | vor und nach dem Einfahren, dann bei jeder Inspektion | Handbuch S. 3-28 |
| Radlager prüfen | bei jeder Inspektion und bei jedem Radausbau | Handbuch |
| Felgenschlag prüfen | nach dem Nachziehen der Speichen, nach Stürzen | Handbuch |
| Tachoantrieb schmieren | bei jedem Vorderradausbau | Handbuch Online-S. 155 |
| Schlauch und Felgenband erneuern | bei jedem Reifenwechsel | Werkstattpraxis |
| Splint der Achsmutter (1996) erneuern | bei jeder Montage | allgemeine Werkstattregel |
| Auswuchten | nach jedem Reifen- oder Felgenwechsel | Handbuch |
Quellen¶
- Yamaha SR125 Service Manual 3MW-AE1 (1997, 3MW6), Volltext — idoc.pub (Räder und Reifen S. 2-2, 2-10, Drehmomente S. 2-12, Reifen/Speichen S. 3-26 bis 3-28): https://idoc.pub/documents/yamaha-sr125service-manual-3mw-ae1-1997-english-8jlkgm2m07n5
- dto. — manualslib, Reifenprüfung und Luftdruck (Online-S. 72–73): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=72
- dto. — manualslib, Speichen und Radprüfung (Online-S. 74): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=74
- dto. — manualslib, Vorderrad Ausbau mit Drehmomenten (Online-S. 151): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=151
- dto. — manualslib, Vorderrad Zerlegen (Online-S. 152–153): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=153
- dto. — manualslib, Vorderrad Einbau (Online-S. 155): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=155
- dto. — manualslib, statisches Auswuchten (Online-S. 156–157): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=156
- dto. — manualslib, Hinterrad, Bremse und Kette Ausbau (Online-S. 171): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=171
- dto. — manualslib, Hinterrad Zerlegen/Prüfen (Online-S. 175) und Zusammenbau (Online-S. 178): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=175
- yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1996 (3MW5), Front Wheel: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/FRONT-WHEEL/27_2658-2658/B25/0/6988
- yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1996 (3MW5), Rear Wheel: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/REAR-WHEEL/27_2658-2658/B27/0/6988
- yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1997 (3MW6), Front Wheel: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/FRONT-WHEEL/27_2663-2663/B25/0/6899
- yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1997 (3MW6), Rear Wheel: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/REAR-WHEEL/27_2663-2663/B27/0/6899
- yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1998 (3MW7, Deutschland), Front Wheel: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1998/SR/SR125/FRONT-WHEEL/27_2665-2665/B25/0/6881
- yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1998 (3MW7, Deutschland), Rear Wheel: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1998/SR/SR125/REAR-WHEEL/27_2665-2665/B27/0/6881
- reifen.com — Motorradreifen 3.00-17 (Sortimentsübersicht): https://www.reifen.com/en-de/motorcycle/motorcycle-tyres/dimension/17-inch/3-00-17
- reifen.com — Motorradreifen 3.50-16 (Sortimentsübersicht): https://www.reifen.com/en-de/motorcycle/motorcycle-tyres/dimension/16-inch/3-50-16
- Bundesministerium für Verkehr — Rad-/Reifenkombinationen an Krafträdern: https://www.bmv.de/SharedDocs/DE/Artikel/StV/Strassenverkehr/rad-reifenkombination-kraftraeder.html
- autozeitung.de — Reifenfreigabe beim Motorrad: Das ändert sich 2025: https://www.autozeitung.de/reifenfreigabe-motorrad-ratgeber-208495.html
- gesetze-im-internet.de — § 36 StVZO (Bereifung und Laufflächen, Mindestprofiltiefe): https://www.gesetze-im-internet.de/stvzo_2012/__36.html
⚠️ Zu prüfende Angaben¶
- Gültigkeit für 1996: Das Vorderrad der 3MW5 (Nabe 2UJ, Lager 6302 ⚠️, separater Tacho-Mitnehmer) ist ein anderes als das der 3MW6, für die das Handbuch geschrieben ist. Einbau- und Prüfabläufe gelten sinngemäß; Maße und Lager nur nach Teilenummer bzw. ausgebautem Teil.
- Deutsche 1996er: Für 1996 ist nur der französische Katalog 3MW5 belegt. Ob eine deutsche 1996er schon das 1997er Vorderrad hat, am Fahrzeug prüfen (Lagerbezeichnung, Tachoantrieb).
- Radlager-Bauformen 6202/6302: aus dem Yamaha-Nummernschema abgeleitet; die Katalogmengen (je Lagernummer „1“) passen vorne nicht zur Handbuch-Zeichnung mit zwei Lagern. Beim Ausbau ablesen.
- Zweites Vorderradlager 1996: Der Katalog 3MW5 nennt nur 93306-30202 mit Menge 1; Teilenummer und Bauform des zweiten Lagers sind unbekannt. Vor dem Bestellen eines Lagersatzes beide Lager ausbauen und ablesen.
- Dichtring-Maße: Die Yamaha-Nummern 93102-22014, 93105-45017 und 93106-22032 kodieren nur den Innendurchmesser; Außendurchmesser und Breite (42 × 7 mm, 56 × 6 mm) sind nicht aus einer Quelle belegt.
- Unterschied 93306-20226 („3DL“) und 93306-20203: vermutlich andere Dichtungs- oder Lagerluft-Variante; nicht geklärt.
- Tachoantrieb 1996: Der Katalog zeigt 4X8251900100 (= 4X8-25190-01-00); eine andere Auslesung ergab 4X8-25190-10-00 (beide Lesarten in Beleuchtung & Instrumente). Eine davon ist ein Übertragungsfehler.
- Erstausrüstungsreifen 1996: Inoue 8F/8RA stammt aus dem Handbuch 1997; die Reifen-Teilenummern 1996 sind andere.
- Ersatzreifen-Übersicht: Momentaufnahme eines Händlersortiments; Lieferbarkeit und Paarungen beim Händler prüfen.
- Reifenrecht: Einstufung der 1996er als ABE-Fahrzeug und der Umgang mit „nur Größe eingetragen“ sind aus den allgemeinen Regeln abgeleitet. Eintrag in den eigenen Papieren (Reifenbindung ja/nein) und im Zweifel TÜV/DEKRA fragen.
- Reifenalter 8–10 Jahre: allgemeine Faustregel, keine Herstellerangabe für die SR125.
- Hinterradausbau mit Kettenkasten: ob der Kasten dafür ab muss, ist im Handbuch-Auszug (Online-S. 171) nicht eindeutig.
- Splint Momentabstützung 1997: 91401-20015 oder 91401-20012; die Katalogauslesungen widersprechen sich, eine führt 91401-20012 erst ab 1998. Im Katalog 3MW6 prüfen.
- Bremsscheiben- und Sattelschrauben 1996: 23 N·m (17 ft·lb) und 40 N·m (30 ft·lb) stammen aus dem Handbuch 1997; die 1996er Schrauben haben andere Teilenummern.
- Einbauseite Tachoantrieb: „links“ nicht aus dem Handbuch belegt; hängt von der ungeklärten Einbauseite der Bremsscheibe ab.
- ABE-Nummer im alten Fahrzeugschein: Feld, in dem die Typgenehmigung bzw. ABE steht, nicht belegt.
- Abrollumfang ≈ 1,80 m (5,9 ft): berechnet aus der Reifengröße, nicht gemessen.
- Auswuchtgewichte: Art und Teilenummer der Seriengewichte nicht belegt.
- Schlauchlose Reifen mit Schlauch: Zulässigkeit hängt vom Reifenhersteller ab; auf der SR125 besser echte TT-Reifen verwenden.