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Vorderradfederung & Lenkung

Die Yamaha SR125 (Modellcode 3MW5, Modelljahr 1996) hat vorne eine konventionelle Telegabel mit Schraubenfedern und Öldämpfung. Sie hat keine Einstellmöglichkeiten, keine Luftunterstützung und kein Anti-Dive. Beide Gabelholme sitzen oben in der oberen Gabelbrücke („Handle crown“), unten in der unteren Gabelbrücke („Under bracket“), die mit dem Lenkschaft verbunden ist. Der Lenkschaft dreht sich auf Kugellagern mit losen Kugeln im Lenkkopf des Rahmens. Der Lenker sitzt in zwei geklemmten Lenkerböcken auf der oberen Gabelbrücke. Diese Datei beschreibt Gabel, Gabelöl, Federn, Simmerringe, Lenkkopflager, Lenker und die zugehörigen Anzugsmomente.

Alle Werte stehen metrisch und in US-Einheiten, in deutscher Zahlenschreibweise. Primärquelle ist das Yamaha-Werkstatthandbuch SR125 3MW-AE1 (Modelljahr 1997, Modellcode 3MW6), ausgelesen aus der Online-Kopie auf manualslib. Einige Seiten der Kopie sind schlecht erkannt; widersprüchliche Auslesungen sind mit ⚠️ markiert. Die Teilenummern stammen aus den Yamaha-Teilekatalogen für 1996 (3MW5) und 1997 (3MW6) auf yamaha-parts.ca (französische Kataloge). Ergebnis des Vergleichs: Das Innenleben der Gabel, die Federn, die Simmerringe und die Lenkkopflager haben 1996 und 1997 dieselben Teilenummern; die Handbuchwerte gelten also auch für die 1996er. Geändert haben sich 1997 die Gabel-Außenrohre (3MW → 4WP), der Lenker (4G0 → 4WP) mit Griffen und Gaszug sowie die Rückspiegel. Neue Teilenummern ohne belegte technische Änderung haben außerdem die großen Lenkkopfkugeln, die selbstsichernde Mutter des Lenkerbocks und die Klemmschraube der unteren Gabelbrücke ⚠️ (vermutlich Umnummerierungen; siehe § 8.3 und § 14).

Siehe auch: Übersicht & Identifikation · Bordnetz, Kabelbaum & Sicherungen (Zündschloss, Lenkerschalter) · Beleuchtung & Instrumente (Tachowelle, Scheinwerfer) · Kupplung (Kupplungszug) · Hinterradfederung · Bremsen & Hydraulik · Räder & Reifen · Rahmen, Fahrgestell & Anbauteile · Typische Probleme · Wartungsplan, Betriebsstoffe & Füllmengen · Anzugsdrehmomente · Unterschiede zu anderen Baujahren


1. Überblick Vorderradfederung

Merkmal Wert
Bauart Telegabel, konventionell (Standrohre oben), Schraubenfeder, hydraulisch gedämpft
Federweg 120 mm (4,7 in)
Standrohr-Durchmesser ≈ 30 mm (1,18 in) ⚠️ — abgeleitet aus der Simmerring-Teilenummer 93110-30008 und Händlerangaben (Simmerring 30 × 42 × 10,5 mm / 1,18 × 1,65 × 0,41 in); nicht im Handbuch genannt
Einstellmöglichkeiten keine (weder Vorspannung noch Dämpfung)
Dämpfung Dämpferrohr („Fork cylinder“ 5H0-23170) mit Kolben im Standrohr, Ölbad
Gabelöl Gabelöl 15W, 177 cm³ (6,0 US fl oz) je Holm — siehe § 3
Gabelfeder progressiv (zwei Federraten), eine Feder je Holm — siehe § 4
Standrohr-Verzug (Grenze) 0,2 mm (0,008 in)
Gabelbrücken obere Gabelbrücke („Handle crown“ 5H0-23435) mit Lenkerböcken, untere Gabelbrücke mit Lenkschaft („Under bracket“ 3MW-23340)
  • Die Gabel ist bewusst einfach gebaut. Für ein 113 kg (249 lb) leichtes Motorrad reicht sie aus, spricht aber mit altem oder zu wenig Öl spürbar schlechter an (Durchschlagen, Stempeln).
  • Hinweis zur Teilebezeichnung: Im Katalog heißt der Simmerring „OIL SEAL (10W)“. Das „10W“ ist ein Yamaha-Teilecode und hat nichts mit der Ölviskosität zu tun. Vorgeschrieben ist Gabelöl 15W.

2. Lenkgeometrie

Merkmal Wert Quelle
Lenkkopfwinkel 26,75° Werkstatthandbuch, Datentabelle
Nachlauf 90 mm (3,5 in) Werkstatthandbuch, Datentabelle
Radstand 1.280 mm (50,4 in) Werkstatthandbuch; de.wikipedia nennt 1.285 mm (50,6 in) ⚠️ — siehe Übersicht
Vorderrad 3.00-17 45P, Schlauchreifen — siehe Räder & Reifen
  • Die Geometrie ist fest; es gibt keine Verstellung. Ein ungewöhnlich schwammiges oder kippeliges Lenkverhalten kommt fast immer von falsch eingestellten Lenkkopflagern, einem abgefahrenen Vorderreifen oder falschem Reifendruck (vorne 1,75 bar / 25 psi), nicht von der Geometrie.
  • Die Standrohre werden laut Online-Kopie bündig mit der Oberkante der unteren Gabelbrücke eingesetzt (siehe § 6); bei den meisten Gabeln ist die obere Gabelbrücke die Bezugskante, deshalb im Papier-Handbuch prüfen ⚠️. Wer die Rohre weiter durchschiebt, um die Front abzusenken, verändert Lenkkopfwinkel und Nachlauf — nicht empfehlenswert und bei Änderungen an der Fahrzeughöhe eintragungspflichtig ⚠️.

3. Gabelöl: Sorte, Menge und Ölstand

3.1 Sollwerte

Merkmal Wert Anmerkung
Ölsorte Gabelöl 15W („Fork oil 15WT or equivalent“) Handbuch-Datentabelle und Montageseite
Füllmenge 0,177 L = 177 cm³ (6,0 US fl oz) je Holm Datentabelle; die Montageseite füllt jeden Holm einzeln mit 0,177 L
Ölstand (Montageanleitung) 165 mm (6,50 in) gemessen von der Oberkante des Standrohrs, Gabel ganz eingefedert, ohne Gabelfeder, Holm senkrecht
Ölstand (Datentabelle) 135 mm (5,31 in) ⚠️ ohne Angabe der Messbedingungen

3.2 Der Widerspruch 135 mm / 165 mm

Das Werkstatthandbuch nennt zwei verschiedene Ölstände: In der Datentabelle („Maintenance specifications“) stehen 135 mm (5,31 in), auf der Montageseite der Gabel 165 mm (6,50 in) mit genauer Messanweisung („from the top of the inner tube fully compressed and without the fork spring“).

  • Die 165 mm (6,5 in) sind der belastbarere Wert, weil nur dort die Messbedingungen stehen. Die 135 mm (5,3 in) der Datentabelle sind entweder ein Übertragungsfehler oder beziehen sich auf eine andere Messmethode (z. B. ausgefedert oder ab Außenrohr); das ließ sich nicht klären ⚠️.
  • Die Differenz von 30 mm (1,2 in) entspricht bei einem Standrohr von etwa 26 mm (1,0 in) Innendurchmesser nur rund 15 cm³ (0,5 US fl oz) Öl ⚠️ (Schätzung). Wer genau 177 cm³ (6,0 US fl oz) frisches Öl in einen gut entleerten Holm füllt, liegt praktisch richtig. Nach dem Umdrehen und Pumpen (§ 3.4) bleibt allerdings etwas Restöl im Holm; die Füllmenge ist deshalb nur der Startwert.
  • Empfehlung: Nach Menge füllen (177 cm³ / 6,0 US fl oz), Gabel pumpen, dann den Ölstand ohne Feder bei ganz eingefederter Gabel messen. Ab diesem Schritt gilt der gemessene Ölstand, nicht mehr die Füllmenge:
  • Liegt er zwischen 135 und 165 mm (5,31–6,50 in), beide Holme durch Absaugen oder Nachfüllen auf denselben Wert einstellen. Gleichheit links/rechts ist wichtiger als der absolute Wert.
  • Liegt er außerhalb dieses Bereichs, stimmt meist die Menge nicht (Restöl, Messfehler, Luft im Dämpferrohr). Erneut pumpen, nachmessen und dann auf den belastbareren Wert 165 mm (6,50 in) einstellen ⚠️ (Empfehlung aus dem Widerspruch oben, keine Handbuchvorgabe).

3.3 Ölsorte

  • 15W ist Werksvorgabe. 10W macht die Gabel weicher und die Dämpfung schwächer, 20W härter. Bei einer schweren Fahrer-Beifahrer-Kombination kann 20W sinnvoll sein; dann ist es eine Abweichung von der Werksvorgabe ⚠️.
  • Keine Motoröle oder Automatikgetriebeöle mit unbekannter Viskosität verwenden. Gabelöle verschiedener Hersteller mit gleicher „W“-Angabe können sich in der tatsächlichen Viskosität deutlich unterscheiden.

3.4 Gabelöl wechseln

Die SR125-Gabel hat laut Teilekatalog keine Ablassschraube an den Außenrohren ⚠️. Das Öl lässt sich deshalb nur mit ausgebautem Holm vollständig wechseln.

Ölwechsel ohne Zerlegen des Holms (Kurzablauf):

  1. Vorderrad entlasten (Motorrad auf Hauptständer, Motor unterbauen oder Heber unter den Rahmen), Holm ausbauen (siehe § 6).
  2. Verschlussschraube („Cap bolt“) oben am Standrohr herausdrehen. Vorsicht: Die Feder steht unter leichter Vorspannung (Einbaulänge 311,1 mm / 12,25 in bei 326,1 mm / 12,84 in freier Länge, also rund 15 mm / 0,6 in Vorspannung).
  3. Distanzhülse, Scheibe und Gabelfeder herausnehmen. Einbaulage der Feder merken (enger gewickeltes Ende oben).
  4. Holm umdrehen und das Öl in ein Gefäß laufen lassen. Dabei das Standrohr mehrmals ein- und ausfedern, damit das Öl auch aus dem Dämpferrohr kommt. Einige Minuten abtropfen lassen.
  5. Holm senkrecht stellen, 177 cm³ (6,0 US fl oz) Gabelöl 15W einfüllen.
  6. Standrohr langsam mehrmals ein- und ausfedern, damit sich das Öl verteilt und Luft entweicht.
  7. Ölstand bei ganz eingefedertem Standrohr ohne Feder prüfen (siehe § 3.2), auf beiden Seiten gleich einstellen.
  8. Feder mit dem enger gewickelten Ende nach oben einsetzen („smaller pitch upwardly“), Scheibe und Distanzhülse auflegen.
  9. O-Ring der Verschlussschraube prüfen, mit Fett bestreichen und die Schraube eindrehen.
  10. Holm einbauen und Anzugsmomente beachten (siehe § 12).

Ölwechsel mit Zerlegen: Gehört zum Simmerringwechsel, siehe § 5.


4. Gabelfedern

Merkmal Standard Grenzwert
Freie Länge 326,1 mm (12,84 in) 321 mm (12,64 in)
Einbaulänge 311,1 mm (12,25 in) —
Federrate K1 3,6 N/mm (20,6 lbf/in) im Bereich 0–85 mm (0–3,35 in) Federweg —
Federrate K2 5,1 N/mm (29,1 lbf/in) im Bereich 85–120 mm (3,35–4,72 in) Federweg —
Einbaurichtung enger gewickeltes Ende nach oben —
Teilenummer 5U0-23141-00 (1996 und 1997 identisch) —
  • Die Feder ist progressiv gewickelt: Im ersten Teil des Federwegs arbeitet die weichere Rate, danach die härtere.
  • Ist die Feder kürzer als 321 mm (12,64 in), beide Federn paarweise ersetzen.
  • Progressive Nachrüstfedern (z. B. von Wirth oder YSS) für die SR125 werden vereinzelt angeboten; Verfügbarkeit und Eintragungsfreiheit sind nicht geprüft ⚠️. Als einfache Maßnahme gegen eine zu weiche Front hilft oft schon frisches Öl mit dem richtigen Ölstand.

5. Simmerringe und Gleitbuchse wechseln

Undichte Simmerringe sind der häufigste Gabeldefekt. Die SR125 hat je Holm einen Simmerring, einen Staubschutzring, eine Scheibe darüber und einen Sprengring als Sicherung im Außenrohr. Laut Handbuch werden Kolbenring („Piston metal“), Gleitbuchse („Slide metal“), Simmerring und Staubschutzring beim Zerlegen immer erneuert.

5.1 Teile

Teil Teilenummer (1996 = 1997) Menge je Holm
Simmerring (Oil seal) 93110-30008 (Maße laut Händlern 30 × 42 × 10,5 mm / 1,18 × 1,65 × 0,41 in ⚠️) 1
Staubschutzring (Dust seal) 5H0-23144-00 1
Scheibe für Simmerring 5H0-23146-00 1
Sprengring 99009-42500 1
Gleitbuchse (Slide bush 1) 5H0-23125-00 1
O-Ring Verschlussschraube 93210-21276 1
Gabelöl 15W — 177 cm³ (6,0 US fl oz)

5.2 Spezialwerkzeug

Werkzeug Yamaha-Nummer Zweck
Gabeldichtungs-Eintreiber (Gewicht) 90890-01367 ⚠️ Simmerring und Gleitbuchse eintreiben
Aufsatz für den Eintreiber (ø 30 mm / 1,18 in) 90890-01400 ⚠️ passend zum Standrohr

⚠️ Die Online-Kopie ordnet die Nummern umgekehrt zu (90890-01400 = Gewicht, 90890-01367 = Aufsatz). In Yamaha-Handbüchern ist 90890-01367 sonst durchweg das Eintreiber-Gewicht; die Zuordnung oben folgt dieser üblichen Nummerierung und ist in der Spezialwerkzeug-Liste des Papier-Handbuchs zu prüfen.

Ein passendes Kunststoffrohr über dem Standrohr ist ein gängiger Ersatz. Es muss gleichmäßig auf dem Außenring des Simmerrings aufliegen.

5.3 Ablauf (nach Handbuch)

  1. Holm ausbauen, Verschlussschraube, Distanzhülse, Scheibe und Feder herausnehmen, Öl ablassen (siehe § 3.4).
  2. Staubschutzring abnehmen, Sprengring mit einem Schlitzschraubendreher heraushebeln, Scheibe abnehmen. Das Standrohr dabei nicht verkratzen.
  3. Außenrohr waagerecht mit Schutzbacken in einen Schraubstock spannen und das Standrohr mit kräftigen, aber kontrollierten Zügen aus dem Außenrohr ziehen (Gleithammer-Prinzip). Der Simmerring und die Gleitbuchse kommen dabei mit heraus. Zu viel Kraft beschädigt Simmerring und Buchse; beschädigte Teile ersetzen.
  4. Dämpferrohr aus dem Standrohr bzw. Außenrohr nehmen. Die Schraube unten im Außenrohr („Bolt (2JN)“ 90101-10513 mit Scheibe) hält das Dämpferrohr ⚠️ (Zuordnung aus dem Teilekatalog; das Handbuch nennt für diese Schraube in der Online-Kopie kein Drehmoment).
  5. Prüfen: Standrohr auf Riefen, Rost und Verzug (Grenze 0,2 mm / 0,008 in, auf Prismen mit Messuhr, halben Messwert ablesen). Ein verbogenes Standrohr nicht richten, sondern ersetzen — ein gerichtetes Rohr ist gefährlich geschwächt. Feder auf freie Länge prüfen, Dämpferstange auf Verbiegung.
  6. Alle Teile sorgfältig reinigen. Das Handbuch warnt ausdrücklich, dass die Gabel mit ihrer eingebauten Kolbenstange sehr empfindlich auf Schmutz reagiert.
  7. Zusammenbau: Dämpferrohr ins Standrohr setzen, dann Standrohr ins Außenrohr. Das Dämpferrohr mit der Schraube unten im Außenrohr (90101-10513 mit Scheibe) festschrauben ⚠️ (Zuordnung aus dem Teilekatalog; Anzugsmoment und Schraubensicherung nicht belegt, siehe Schritt 4). Neue Gleitbuchse und neuen Simmerring mit dem Eintreiber (90890-01400 + 90890-01367) einsetzen. Die Dichtlippen vorher mit Lithiumseifenfett bestreichen. Die beschriftete Seite des Simmerrings zeigt nach oben.
  8. Scheibe, Sprengring (sauber in die Nut) und Staubschutzring montieren.
  9. Leichtgängigkeit prüfen: Das Standrohr muss sich ohne Hakeln bewegen, sonst zerlegen und erneut prüfen.
  10. Öl einfüllen und Ölstand einstellen (siehe § 3), Feder, Scheibe, Distanzhülse und Verschlussschraube montieren.

  11. Tipp: Vor dem Zerlegen die Standrohre sauber machen und prüfen, ob die „Undichtigkeit“ nicht nur Schmutz oder Fett vom Staubschutzring ist.

  12. Ein rostnarbiges oder verchromt abgeblättertes Standrohr zerstört neue Simmerringe in kurzer Zeit. Dann das Standrohr (3MW-23110-00) mit ersetzen.

6. Gabel aus- und einbauen

Ausbau (Reihenfolge laut Handbuch):

  1. Motorrad sicher abstützen, Vorderrad entlasten.
  2. Vorderrad ausbauen (siehe Räder & Reifen).
  3. Bremsleitungshalter und Bremssattel abbauen; Sattel mit Draht aufhängen, nicht an der Leitung hängen lassen (siehe Bremsen & Hydraulik). Bremshebel nicht betätigen, solange der Sattel ab ist.
  4. Vorderes Schutzblech abbauen.
  5. Abdeckung („Cover“) oben über der Gabelbrücke abnehmen.
  6. Schraube mit Scheibe oben (obere Gabelbrücke ↔ Gabelholm) lösen.
  7. Klemmschraube(n) der unteren Gabelbrücke lösen.
  8. Gabelholm links und rechts nach unten herausziehen.

Einbau:

  1. Holm mit den Scheiben einsetzen, Klemmschrauben zunächst nur leicht anziehen.
  2. Standrohr hochziehen, bis sein oberes Ende bündig mit der Oberkante der unteren Gabelbrücke ist (Bezugskante laut Online-Kopie ⚠️, siehe § 2), dann die untere Klemmschraube vorläufig anziehen.
  3. Obere Verbindung und Klemmschrauben mit den Sollmomenten anziehen (siehe § 12).
  4. Schutzblech, Bremssattel, Bremsleitungshalter und Vorderrad montieren. Bremse mehrmals betätigen, bis der Druckpunkt wieder da ist.
  5. Gabel bei gezogener Vorderradbremse mehrmals kräftig einfedern: Sie muss gleichmäßig arbeiten und darf nicht klemmen.

7. Lenkkopflager

7.1 Aufbau

Merkmal Wert
Lagerbauart Kugellager mit losen Kugeln („Ball bearing“), Laufringe in Lenkkopf und auf dem Lenkschaft
Kugeln oben 22 Stück, Ø 3/16 in (4,76 mm)
Kugeln unten 19 Stück, Ø 0,251 in (6,38 mm)
Einstellung Ringmutter M25 („Ring nut“) mit Hakenschlüssel
Sicherung obere Gabelbrücke, festgezogen mit der Lenkschaftmutter M10 ⚠️ (ob Mutter auf dem Lenkschaft oder Schraube in den Lenkschaft, ist nicht geklärt)
Fett Lithiumseifenfett

7.2 Prüfen

  • Motorrad aufbocken, Vorderrad frei. Die unteren Enden der Gabelholme greifen und die Gabel vorsichtig vor- und zurückschieben. Spürbares Spiel oder Klacken → Lenkkopflager einstellen.
  • Lenker langsam von Anschlag zu Anschlag drehen: Er muss ohne Rasten, Hakeln oder Schwergängigkeit laufen. Eine spürbare Raste in Geradeausstellung bedeutet eingelaufene Laufringe („Pittings“) → Lager und Laufringe ersetzen.
  • Intervall: Laut Wartungsplan alle 6.000 km (3.700 mi) oder 6 Monate prüfen und alle 24 Monate neu fetten. Der Wartungsplan nennt für das Neufetten als Handbuchwert „24.000 km (14.900 mi) / 24 Monate“; ob die km-Angabe zur Zeile Lenkkopflager gehört oder aus der Zeile Schwingenlagerung stammt, ist nicht geklärt ⚠️.

7.3 Einstellen (nach Handbuch, Kapitel 3)

  1. Obere Gabelbrücke lösen (Lenkschaftmutter, Befestigung der Gabelholme), sodass die Ringmutter zugänglich ist ⚠️ (die Online-Kopie beschreibt den Zugang nur verkürzt).
  2. Ringmutter mit dem Hakenschlüssel auf 38 N·m (28 ft·lb) anziehen (1. Stufe). Den Drehmomentschlüssel dazu im rechten Winkel zum Hakenschlüssel ansetzen; dann zeigt er das Moment an der Ringmutter ohne Umrechnung an. (Nur wenn der Drehmomentschlüssel in Verlängerung des Hakenschlüssels sitzt, muss über die Hebellänge umgerechnet werden.)
  3. Lenkung mehrmals von Anschlag zu Anschlag drehen, damit sich die Kugeln setzen.
  4. Ringmutter ganz lösen und dann auf 7 N·m (5,2 ft·lb) anziehen (2. Stufe). ⚠️ Eine Auslesung nennt statt „ganz lösen“ „um eine Umdrehung zurückdrehen“; „ganz lösen“ entspricht dem Wartungskapitel und der Drehmomenttabelle.
  5. Lenkung erneut von Anschlag zu Anschlag drehen: Sie darf weder Spiel haben noch klemmen. Bei Bedarf nachstellen.
  6. Obere Gabelbrücke montieren und alle Schrauben mit Sollmoment anziehen (Lenkschaftmutter 40 N·m / 30 ft·lb, siehe § 12). Danach die Einstellung noch einmal prüfen, weil das Anziehen der Lenkschaftmutter die Lagervorspannung leicht verändert.
Werkzeug Yamaha-Nummer
Hakenschlüssel für Ringmutter (Wartungskapitel) 90890-01403
Hakenschlüssel für Auspuff- und Lenkkopfmuttern (Kapitel Lenkung) 90890-01268

Das Handbuch nennt an den zwei Stellen zwei verschiedene Werkzeugnummern; beide sind Hakenschlüssel und für die Ringmutter geeignet ⚠️.

7.4 Lager und Laufringe wechseln

Ausbaureihenfolge laut Handbuch: Blinker links und rechts → Abdeckung → Tachowelle und Instrumentenkabel (Stecker trennen) → Instrument mit oberer Gabelbrücke → Hupe → Ringmutter → Laufringabdeckung → untere Gabelbrücke mit Lenkschaft nach unten herausnehmen (Gabelholme vorher ausbauen, siehe § 6).

  • Beim Lösen der Ringmutter den Lenkschaft von unten abstützen, sonst fällt er mit den losen Kugeln heraus.
  • Kugeln und Laufringe in Lösungsmittel reinigen und auf Pittings und Beschädigung prüfen.
  • Lager und Laufringe immer als Satz ersetzen. Den Staubschutzring bei jedem Zerlegen erneuern.
  • Die oberen und unteren Laufringe im Lenkkopf mit einem langen Dorn und Hammer herausschlagen; den Laufring auf dem Lenkschaft mit einem Flachmeißel abtreiben. Neue Laufringe gerade und bis zum Anschlag eintreiben. Das Handbuch warnt: Schief eingetriebene Laufringe beschädigen den Lenkkopf.
  • Beim Zusammenbau die Kugeln im Fett „einkleben“ (22 oben, 19 unten), Lenkschaft einsetzen, Ringmutter aufsetzen und nach § 7.3 einstellen.
  • Umrüstung auf Kegelrollenlager: Viele Yamaha-125er werden auf Kegelrollenlager (z. B. All Balls) umgebaut; die langlebigere Lösung. Ein passender Satz für die SR125 ist nicht aus einer belastbaren Quelle bestätigt ⚠️; Maße vor dem Kauf mit den ausgebauten Laufringen vergleichen.

8. Obere Gabelbrücke, Lenker und Lenkerböcke

8.1 Aufbau

  • Der Lenker (Rohrlenker, Chopper-Form) sitzt in zwei Lenkerböcken: Die unteren Böcke („Handlebar under holder“) sind mit einer selbstsichernden Mutter M10 an der oberen Gabelbrücke befestigt, die oberen Klemmstücke („Handle upper holder“) sind mit M8-Schrauben verschraubt.
  • An der oberen Gabelbrücke sitzen außerdem das Instrument, das Zündschloss und die Kabelführungen.

8.2 Lenker aus- und einbauen

Ausbau (Reihenfolge laut Handbuch): Scheinwerfer → Stecker von linkem und rechtem Lenkerschalter, Bremslicht- und Kupplungsschalter trennen → Halter des Hauptbremszylinders und Hauptbremszylinder (aufrecht aufhängen, damit keine Luft in die Leitung kommt) → Gasgriffgehäuse, Gaszug und Gasgriff → rechter Lenkerschalter → Kupplungsschalter → Kupplungszug.

  • Den linken Griff entfernt man, indem man Druckluft zwischen Lenker und Griff bläst; der Griff ist geklebt.
  • Lenker auf Verbiegungen, Risse und Beschädigungen prüfen. Einen verbogenen Lenker nicht richten, sondern ersetzen.

Einbau:

  1. Lenker und obere Klemmstücke aufsetzen. Die Klemmstücke mit der längeren Seite nach vorne montieren und zuerst die vorderen Schrauben anziehen, dann die hinteren. Anzugsmoment 20 N·m (15 ft·lb). Vorne liegt das Klemmstück danach an, hinten bleibt ein Spalt.
  2. Beim rechten Lenkerschalter den Zapfen am Schalter in die Bohrung im Lenker setzen.
  3. Das rechte Lenkerende dünn mit Lithiumseifenfett einfetten, Gasgriff, Gaszug und Gehäuse montieren.
  4. Neue Griffe links mit Griffkleber montieren.
  5. Prüfen: Der Gasgriff muss in jeder Lenkerstellung leicht und selbsttätig zurückgehen. Gaszugspiel 3–5 mm (0,12–0,20 in) am Griffflansch (siehe Kraftstoffsystem).

8.3 Änderung 1996 → 1997

Teil 1996 (3MW5) 1997 (3MW6)
Lenker 4G0-26111-00 4WP-26111-00
Griffe 2H7-26240-00 (Satz), 2H7-26241-00 (links) 2N3-26242-00 (rechts), 2N3-26241-00 (links), mit Gasgriff-Führung 5H5-26243
Gaszug 3MW-26311-01 4WP-26311-00
Kupplungszug 3MW-26335-00 3MW-26335-00 (gleich)
Rückspiegel 1J7-26290-G0 / -F0 1J7-26290-70 / -20
  • Lenker und Gaszug nicht einzeln mischen: Der 4WP-Gaszug gehört zum 4WP-Lenker mit den 1997er Griffen. Ob die Lenker in Form und Breite abweichen, ist nicht belegt ⚠️; beim Ersatzteilkauf nach der eigenen Teilenummer bestellen.
  • Obere und untere Gabelbrücke, Lenkerböcke und Klemmstücke haben 1996 und 1997 dieselben Teilenummern. Neue Nummern haben nur die selbstsichernde Mutter des Lenkerbocks und die Klemmschraube der unteren Gabelbrücke ⚠️ (vermutlich Umnummerierung, siehe § 14). Auch die Rückspiegel haben 1997 neue Nummern; ob sie sich in Form oder Gewinde unterscheiden, ist nicht belegt ⚠️.

9. Lenkschloss

  • Die SR125 wird über das Zündschloss mit Stellung LOCK gesperrt (Lenker nach links einschlagen, Schlüssel eindrücken und auf LOCK drehen) ⚠️ (abgeleitet aus den Schalterstellungen OFF / ON / LOCK in Bordnetz).
  • Im Teilekatalog stehen zusätzlich eine Abdeckkappe „Cap, handle lock“ (134-23484-10) mit Niet. Eine genietete Kappe deckt üblicherweise ein verbautes Lenkschloss ab. Ob die SR125 neben dem Zündschloss ein separates Lenkschloss am Lenkkopf hat oder die Kappe eine leere Aufnahme verschließt, ist nicht geklärt ⚠️ — am Lenkkopf nach einem Schließzylinder suchen.
  • Klemmt das Schloss, zuerst Schloss und Sperrbolzen mit Schlossspray behandeln. Nicht mit Gewalt am Lenker drehen.

10. Wartung (Vorderradfederung und Lenkung)

Intervall Arbeit
Vor jeder Fahrt Lenkung auf Leichtgängigkeit prüfen; Standrohre auf Ölspuren prüfen
alle 6.000 km (3.700 mi) oder 6 Monate Gabel auf Funktion und Undichtigkeit prüfen; Lenkkopflager auf Spiel prüfen; alle Fahrwerksschrauben prüfen (Wartungsplan)
alle 24 Monate (km-Angabe 24.000 km / 14.900 mi nicht gesichert ⚠️) Lenkkopflager neu fetten (Wartungsplan)
alle 2 Jahre bzw. alle ≈ 20.000 km (12.400 mi) ⚠️ Gabelöl wechseln — keine Werksvorgabe im Wartungsplan gefunden; Erfahrungswert
bei Undichtigkeit Simmerringe, Staubschutzringe und Gleitbuchse erneuern

11. Typische Probleme und Hinweise

  • Undichte Simmerringe: Ölfilm auf den Standrohren, Öl an Bremssattel oder Bremsscheibe (gefährlich!). Ursache meist Alter, Rostnarben am Standrohr oder Schmutz unter dem Staubschutzring. Ölverschmierte Bremsbeläge ersetzen, Bremsscheibe entfetten.
  • Gabel schlägt durch oder stempelt: Zu wenig oder altes Öl, ungleiche Ölstände links/rechts, ermüdete Federn (freie Länge unter 321 mm / 12,64 in).
  • Rastende Lenkung in Geradeausstellung: Eingelaufene Laufringe der losen Kugellager. Wird oft erst bei Langsamfahrt oder beim Schieben bemerkt; führt zu Pendeln und unsauberem Geradeauslauf. Lager und Laufringe ersetzen.
  • Klacken beim Bremsen: Spiel im Lenkkopf. Einstellen nach § 7.3.
  • Lenkerflattern bei 60–80 km/h (37–50 mph): Unwucht, falscher Reifendruck, verzogene Felge, lose Speichen oder Lenkkopflager — der Reihe nach prüfen (siehe Räder & Reifen).
  • Verzogene Gabel nach Umfaller oder Bordsteinkontakt: Die Gabelholme laufen nicht mehr parallel, der Lenker steht schief zum Vorderrad. Klemmschrauben lösen, Gabel ausrichten (Vorderrad gegen ein Hindernis, Lenker gerade ziehen), Schrauben wieder festziehen. Hilft das nicht, Standrohre (Verzug) und untere Gabelbrücke prüfen lassen.
  • Schwergängiger Gasgriff nach Lenkerarbeit: Gaszug falsch verlegt oder gequetscht, Griff zu dicht am Schalter, Lenkerende nicht gefettet.

12. Anzugsmomente

Werte aus der Drehmomenttabelle des Werkstatthandbuchs 3MW-AE1 („Chassis tightening torques“) und den Einbauseiten. Die Online-Kopie der Einbauseiten ist teilweise schlecht erkannt; abweichende Auslesungen sind angegeben.

Verbindung Gewinde Anzugsmoment Anmerkung
Obere Gabelbrücke ↔ Gabelholm („Handle crown and front fork“) M10 45 N·m (33 ft·lb) ⚠️ Drehmomenttabelle; die Einbauseite der Online-Kopie nennt 65 / 48 / 30 N·m (48 / 35 / 22 ft·lb) ohne eindeutige Zuordnung, siehe Hinweis unter der Tabelle
Untere Gabelbrücke ↔ Gabelholm, Klemmschraube („Steering shaft and front fork“) M10 ⚠️ (Tabelle) · Katalog: Flanschschraube M8 × 45 (95817-08045) 30 N·m (22 ft·lb) ⚠️ ⚠️ Tabelle und Einbauseite. Gewinde widersprüchlich: Die Tabelle führt M10, der Teilekatalog eine M8-Schraube; 30 N·m wären für eine M8-Klemmschraube hoch. Ob die Tabellenzeile „Steering shaft and front fork“ wirklich die Klemmschraube meint, im Papier-Handbuch prüfen; bis dahin Gewinde am Fahrzeug prüfen und 30 N·m nur bei M10 verwenden (wie in Anzugsdrehmomente)
Verschlussschraube Gabel („Cap bolt“) — ⚠️ 65 N·m (48 ft·lb) ⚠️ nur Einbauseite (Online-Kopie), nicht in der Tabelle, ungewöhnlich hoch — bis zur Klärung nicht verwenden, siehe Hinweis unter der Tabelle
Lenkschaftmutter (obere Gabelbrücke ↔ Lenkschaft) M10 ⚠️ 40 N·m (30 ft·lb) Tabelle; Kapitel Lenkung bestätigt 40 N·m. Bauart (Mutter oder Schraube) nicht geklärt, siehe § 7.1
Ringmutter Lenkkopf M25 1. Stufe 38 N·m (28 ft·lb), lösen, 2. Stufe 7 N·m (5,2 ft·lb) Tabelle und Wartungskapitel
Lenkerbock unten ↔ obere Gabelbrücke (Mutter) M10 40 N·m (30 ft·lb) Tabelle; selbstsichernde Mutter
Lenker-Klemmstücke oben M8 20 N·m (15 ft·lb) Tabelle und Lenkerseite; vordere Schrauben zuerst
Halter Hauptbremszylinder M6 9 N·m (6,6 ft·lb) Tabelle
Deckel Hauptbremszylinder M4 2 N·m (1,5 ft·lb) Tabelle
Bremssattel ↔ Gabel M10 40 N·m (30 ft·lb) Tabelle des Handbuchs 1997 (4HM-Sattel); die 1996er Sattelschraube 90105-10634 hat eine andere Teilenummer, siehe Bremsen
Hohlschraube Bremsleitung vorn M10 30 N·m (22 ft·lb) Tabelle
Vorderachse M14 59 N·m (43,5 ft·lb) Einbauseiten (Online-S. 151, Online-S. 156) und spaltengenaue Drehmomenttabelle, siehe Anzugsdrehmomente
Klemmschraube Vorderachse M8 20 N·m (15 ft·lb) Tabelle
Blinker vorn ↔ Halter M12 4 N·m (3,0 ft·lb) Tabelle
Tachowelle ↔ Tachoantrieb M12 3 N·m (2,2 ft·lb) Tabelle
  • Zuordnung der Gabelbrücken-Momente: Die Tabelle nennt 45 N·m (33 ft·lb) oben und 30 N·m (22 ft·lb) unten. Die Einbauseite der Online-Kopie nennt 65 / 48 / 30 N·m (48 / 35 / 22 ft·lb); ob die 48 N·m zur Verbindung obere Gabelbrücke ↔ Holm oder zu den Klemmschrauben gehören und ob die 65 N·m wirklich die Verschlussschraube betreffen, lässt sich aus der Auslesung nicht entscheiden ⚠️.
  • Bis zur Klärung im Papier-Handbuch gilt: Gabelbrücken mit den Tabellenwerten (45 / 30 N·m bzw. 33 / 22 ft·lb) anziehen. Die Verschlussschraube handfest anziehen, bis der gefettete O-Ring sauber anliegt, und die 65 N·m nicht verwenden ⚠️.
  • Alle Werte gelten für saubere, trockene Gewinde. Selbstsichernde Muttern nach mehrmaligem Lösen ersetzen.

13. Fehlerdiagnose

Symptom Mögliche Ursache Abhilfe
Ölspuren am Standrohr, Öl an der Bremse Simmerring verschlissen, Standrohr rostnarbig oder verkratzt Simmerringe + Staubschutzringe + Gleitbuchse erneuern (§ 5); Standrohr prüfen; Bremse entfetten, Beläge ersetzen
Gabel zu weich, schlägt durch Ölmenge zu gering, Öl alt, Feder ermüdet Öl wechseln (177 cm³ / 6,0 US fl oz je Holm, 15W), Federlänge prüfen (Grenze 321 mm / 12,64 in)
Gabel bockig, spricht schlecht an zu viel Öl, zu dickes Öl, Gabel verspannt eingebaut Ölstand prüfen; Gabel lösen, ausrichten, mit Sollmoment neu festziehen
Holme federn ungleich unterschiedliche Ölstände oder Federn beide Holme auf gleiche Menge/gleichen Stand bringen, Federn paarweise ersetzen
Standrohr hakt Standrohr verzogen (> 0,2 mm / 0,008 in), Buchse beschädigt Standrohr ersetzen, nicht richten
Klacken beim Bremsen, Spiel an der Gabel Lenkkopflager zu lose Ringmutter einstellen (§ 7.3)
Lenkung rastet in Mittelstellung Laufringe eingelaufen Lager und Laufringe als Satz ersetzen
Lenkung schwergängig Lenkkopflager zu fest, Fett verharzt, Züge zu kurz verlegt Einstellung prüfen, Lager reinigen und neu fetten, Zugverlegung prüfen
Lenker steht schief zum Vorderrad Gabel nach Sturz verdreht Gabel ausrichten, Standrohre und Gabelbrücke prüfen
Pendeln / Flattern Lenkkopflager, Reifen, Felge, Speichen, Radlager der Reihe nach prüfen (Räder & Reifen)

14. Teilenummern: 1996 und 1997 im Vergleich

Aus den Teilekatalogen 3MW5 (1996) und 3MW6 (1997) auf yamaha-parts.ca. Unterschiede sind fett hervorgehoben.

14.1 Gabel

Teil 1996 (3MW5) 1997 (3MW6)
Gabelholm komplett links 3MW-23102-00 4WP-23102-00
Gabelholm komplett rechts 3MW-23103-00 4WP-23103-00
Außenrohr („Bas de fourche“) 3MW-23126-00 (rechte Seite in der Auslesung nicht einzeln aufgeführt ⚠️) 4WP-23126-00 (links), 4WP-23136-00 (rechts)
Standrohr („Tube de fourche nu“) 3MW-23110-00 3MW-23110-00
Kolben („Piston libre“) 5H0-23189-00 5H0-23189-00
Dämpferrohr („Cylindre de fourche“) 5H0-23170-00 5H0-23170-00
Gabelfeder 5U0-23141-00 5U0-23141-00
Distanzhülse 5H0-23118-00 5H0-23118-00
Simmerring 93110-30008 93110-30008
Staubschutzring 5H0-23144-00 5H0-23144-00
Gleitbuchse 5H0-23125-00 5H0-23125-00
Scheibe für Simmerring 5H0-23146-00 5H0-23146-00
Verschlussschraube 3MW-23111-00 3MW-23111-00
O-Ring Verschlussschraube 93210-21276 93210-21276
Schraube unten („Bolt (2JN)“) 90101-10513 90101-10513
Untere Gabelbrücke mit Lenkschaft 3MW-23340-00 3MW-23340-00
Klemmschraube untere Gabelbrücke (Flanschschraube M8 × 45 laut Teilenummer; die Drehmomenttabelle nennt M10 ⚠️, siehe § 12) 95817-08045 95827-08045 ⚠️ (vermutlich nur andere Oberfläche)
  • Außenrohre: 1997 bekam die Gabel neue Außenrohre (4WP), jetzt getrennt für links und rechts. Der Grund (z. B. geänderte Aufnahme für Schutzblech, Bremssattel oder Bremsleitung) ist nicht belegt ⚠️. Das Innenleben ist identisch; Federn, Dichtungen, Buchsen und Standrohre passen in beide Ausführungen.
  • Für eine 1996er beim Kauf eines Außenrohrs oder kompletten Holms die 3MW-Nummer verwenden.

14.2 Lenkkopf und obere Gabelbrücke

Teil 1996 (3MW5) 1997 (3MW6)
Laufring 1 unten (auf dem Lenkschaft) 156-23411-00 156-23411-00
Laufring 2 156-23412-00 156-23412-00 (Alternativnummer B6E-23412-00)
Laufringe 1/2 (Lenkkopf) 22F-23411-01 / 22F-23412-01 22F-23411-01 / 22F-23412-01 (Alternativnummern BP2-23411/-23412)
Kugeln (klein, 3/16 in / 4,76 mm) 93501-04011 93501-04011
Kugeln (groß, 0,251 in / 6,38 mm) 93503-16010 93503-16003 ⚠️ (vermutlich Umnummerierung)
Laufringabdeckung 122-23416-00 122-23416-00
Ringmutter 90179-25051 90179-25051
Obere Gabelbrücke 5H0-23435-00 5H0-23435-00
Lenkerbock unten 5H0-23442-01 5H0-23442-01
Klemmstück oben 1E6-23441-00 1E6-23441-00 (Alternativnummer 1E6-23441-10)
Selbstsichernde Mutter Lenkerbock 95617-10200 95607-10200 ⚠️ (vermutlich Umnummerierung)
Abdeckung oben 5H0-26213-00 5H0-26213-00
Kappe Lenkschloss-Aufnahme 134-23484-10 134-23484-10
  • Laufringe, Gabelbrücken und Lenkerböcke haben 1996 und 1997 dieselben Teilenummern. Die großen Kugeln und die Mutter des Lenkerbocks haben 1997 neue Nummern, vermutlich nur Umnummerierungen ohne technische Änderung ⚠️. Die Handbuchwerte zum Lenkkopflager gelten damit auch für die 1996er.

Quellen

  • Yamaha SR125 Service Manual 3MW-AE1 (1997, Modellcode 3MW6) — manualslib; Datentabelle Fahrwerk (Online-S. 30), Drehmomenttabelle Fahrwerk (Online-S. 32), Vorderrad (Online-S. 151), Gabel Aus- und Einbau, Zerlegen, Prüfen, Zusammenbau (Online-S. 179–184), Lenker (Online-S. 185–187), Lenkung (Online-S. 189–192): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html
  • dto. — Gabel Einbau mit Ölstand 165 mm und Federeinbaurichtung: https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=184
  • dto. — Drehmomenttabelle Fahrwerk: https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=32
  • Yamaha SR125 Service Manual 3MW-AE1 (1997) — idoc.pub (Wartungsplan, Lenkkopf-Prüfung und -Einstellung, Gabelprüfung): https://idoc.pub/documents/yamaha-sr125service-manual-3mw-ae1-1997-english-8jlkgm2m07n5
  • yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1996 (3MW5), Front Fork: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/FRONT-FORK/27_2658-2658/B22/0/6988
  • yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1996 (3MW5), Steering: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/STEERING/27_2658-2658/B21/0/6988
  • yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1996 (3MW5), Handlebar & Cables: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/HANDLEBAR-x-CABLES/27_2658-2658/B28/0/6988
  • yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1997 (3MW6), Front Fork: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/FRONT-FORK/27_2663-2663/B22/0/6899
  • yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1997 (3MW6), Steering: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/STEERING/27_2663-2663/B21/0/6899
  • yamaha-parts.ca — Teilekatalog SR125 1997 (3MW6), Handlebar & Cables: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/HANDLEBAR-x-CABLES/27_2663-2663/B28/0/6899
  • zweiradteile.net — Simmerring-Satz 30 × 42 × 10,5 mm für Gabel (Händlerangabe; die SR125-Zuordnung stammt aus der Suchmaschinen-Zusammenfassung und ist auf der Seite selbst nicht bestätigt): https://www.zweiradteile.net/en/models/aprilia/sr-50-lc-ditech-racing-bj.-01-04/27352/simmerring-set-30x42x10.5-mm-fuer-gabel
  • manualslib.fr — Yamaha TT-R125 Werkstatthandbuch, Lenkkopf-Einstellung (Vergleich des Yamaha-Verfahrens 38 N·m / lösen / nachziehen): https://www.manualslib.fr/manual/982671/Yamaha-Tt-R125S.html?page=90

⚠️ Zu prüfende Angaben

  • Gabelöl-Ölstand — 165 mm (6,50 in) laut Montageseite (ab Standrohr-Oberkante, ganz eingefedert, ohne Feder) gegenüber 135 mm (5,31 in) in der Datentabelle ohne Messbedingungen. Im Papier-Handbuch prüfen; bis dahin nach Menge (177 cm³ / 6,0 US fl oz je Holm) füllen und beide Holme gleich einstellen.
  • Standrohr-Durchmesser 30 mm (1,18 in) — abgeleitet aus der Simmerring-Teilenummer 93110-30008 und Händlerangaben (30 × 42 × 10,5 mm / 1,18 × 1,65 × 0,41 in); am Standrohr nachmessen.
  • Keine Ablassschraube — im Teilekatalog nicht aufgeführt; am Außenrohr prüfen.
  • Schraube unten im Außenrohr (90101-10513) — Funktion (Halteschraube Dämpferrohr), Anzugsmoment und Schraubensicherung nicht belegt.
  • Gabelbrücken-Momente — Tabelle: obere Gabelbrücke 45 N·m (33 ft·lb), untere Klemmschraube 30 N·m (22 ft·lb); Einbauseite (Online-Kopie): 65 / 48 / 30 N·m ohne eindeutige Zuordnung. Ob die 48 N·m zur oberen Gabelbrücke oder zu den Klemmschrauben gehören und ob die 65 N·m die Verschlussschraube betreffen, im Papier-Handbuch klären.
  • Gewinde der Klemmschraube untere Gabelbrücke — Drehmomenttabelle M10, Teilekatalog Flanschschraube M8 × 45 (95817-08045 / 95827-08045). Prüfen, ob die Tabellenzeile „Steering shaft and front fork“ die Klemmschraube meint; davon hängt ab, ob 30 N·m (22 ft·lb) stimmen.
  • Gewinde der Verschlussschraube — nicht belegt.
  • Bezugskante für die Standrohrhöhe — laut Online-Kopie bündig mit der Oberkante der unteren Gabelbrücke; ebenso unklar ist, wie die obere Gabelbrücke mit dem Holm verbunden ist („Schraube mit Scheibe“, eventuell in das Gewinde der Verschlussschraube).
  • Lenkschaftmutter M10 — ob Mutter auf dem Lenkschaft oder Schraube in den Lenkschaft, nicht geklärt.
  • Ringmutter, 2. Stufe — „ganz lösen“ (Wartungskapitel, Drehmomenttabelle) gegenüber „eine Umdrehung zurückdrehen“ in einer Auslesung.
  • Neufett-Intervall Lenkkopflager — 24 Monate belegt; ob zusätzlich 24.000 km (14.900 mi) gelten oder diese Angabe aus der Zeile Schwingenlagerung stammt, im Wartungsplan prüfen.
  • Spezialwerkzeug Simmerring-Eintreiber — Online-Kopie: 90890-01400 = Gewicht, 90890-01367 = Aufsatz; nach üblicher Yamaha-Nummerierung umgekehrt (so in § 5.2 übernommen). In der Spezialwerkzeug-Liste prüfen.
  • „Piston metal“ — das Handbuch verlangt, ihn beim Zerlegen immer zu erneuern; im Teilekatalog ist keine Teilenummer dafür gefunden.
  • Staubschutzring Lenkkopf — soll bei jedem Zerlegen erneuert werden, ist aber im Lenkungs-Teilekatalog nicht mit Teilenummer gefunden.
  • Zugang zur Ringmutter — ob zum Einstellen die obere Gabelbrücke ganz abgenommen oder nur gelöst werden muss, ist in der Online-Kopie nicht eindeutig.
  • Werkzeugnummer Hakenschlüssel — 90890-01403 (Wartungskapitel) oder 90890-01268 (Kapitel Lenkung).
  • Grund für die neuen Außenrohre 1997 (4WP) und ob sich Lenker 4G0 und 4WP in Form oder Breite bzw. die Rückspiegel 1996/1997 in Form oder Gewinde unterscheiden.
  • Kugel-Teilenummern 93503-16010 / -16003 und Muttern 95617 / 95607 — vermutlich Umnummerierungen ohne technische Änderung.
  • Lenkschloss — Sperrung über das Zündschloss (LOCK) abgeleitet; die genietete Abdeckkappe 134-23484-10 kann auch auf ein verbautes separates Lenkschloss hindeuten. Am Lenkkopf prüfen.
  • Kegelrollenlager-Umrüstsatz für die SR125 — nicht bestätigt.
  • Gabelöl-Wechselintervall — keine Werksvorgabe gefunden; 2 Jahre bzw. ≈ 20.000 km (12.400 mi) sind ein Erfahrungswert.
  • Innendurchmesser Standrohr ≈ 26 mm (1,0 in) und daraus die Schätzung „30 mm (1,2 in) Ölstand ≈ 15 cm³ (0,5 US fl oz)“ — nur überschlägig gerechnet.
  • Nachrüstfedern (Wirth, YSS) — Verfügbarkeit und Eintragungsfreiheit nicht geprüft.
  • Quelle Simmerring-Maße (zweiradteile.net) — die SR125-Zuordnung stammt nur aus einer Suchmaschinen-Zusammenfassung und ist auf der Händlerseite selbst nicht bestätigt.