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Bremsen & Hydraulik

Die Yamaha SR125 (Modellcode 3MW5, Modelljahr 1996) hat vorne eine hydraulische Einscheibenbremse mit Handbremszylinder am rechten Lenkerende und einem Bremssattel an der Gabel (ab 1997 laut Handbuch ein Schwimmsattel; Bauart des 1996er Sattels nicht belegt ⚠️). Hinten sitzt eine mechanische Simplex-Trommelbremse („Leading, trailing“: eine auflaufende und eine ablaufende Backe) mit Ø 110 mm (4,33 in), die über Fußbremshebel rechts, Bremsstange und Bremsnockenhebel betätigt wird. Es gibt kein ABS und keine Integralbremse: Hebel und Pedal wirken jeweils nur auf ein Rad.

Alle Werte stehen metrisch und in US-Einheiten, in deutscher Zahlenschreibweise. Primärquelle ist das Yamaha-Werkstatthandbuch SR125 3MW-AE1 (Modelljahr 1997, Modellcode 3MW6), ergänzt durch die Yamaha-Teilekataloge für 1996 (3MW5), 1997 (3MW6) und 1998 (3MW7). Wichtig: Laut Teilekatalog wurde die Vorderradbremse 1997 geändert — neuer Bremssattel, neue Bremsbeläge, neue Bremsscheibe und neue Bremsleitung. Die Sattel- und Belagwerte des Handbuchs 1997 beschreiben deshalb die neue Bremse; für die 1996er gelten sie nur mit Vorbehalt (siehe § 2). Die Hinterradbremse ist 1996 und 1997 gleich. Seitenangaben der Form „S. 3-21“ bzw. „Druck-S.“ sind Druckseiten des Handbuchs, „Online-S.“ die Seitenzählung der manualslib-Kopie.

Siehe auch: Übersicht & Identifikation · Bordnetz, Kabelbaum & Sicherungen (Bremslichtschalter) · Sekundärantrieb (Kette) (Bremse nach dem Kettenspannen nachstellen) · Vorderradfederung & Lenkung · Hinterradfederung · Räder & Reifen · Typische Probleme · Wartungsplan, Betriebsstoffe & Füllmengen · Anzugsdrehmomente · Unterschiede zu anderen Baujahren


1. Systemüberblick

Merkmal Vorne Hinten
Bauart Einscheibenbremse, hydraulisch Simplex-Trommelbremse („Leading, trailing“), mechanisch
Betätigung Handhebel rechts → Handbremszylinder mit Ausgleichsbehälter → Bremsleitung → Sattel Fußbremshebel rechts → Bremsstange mit Einstellmutter → Bremsnockenhebel → Nockenwelle
Reibpartner Scheibe Ø 267 mm (10,51 in) + zwei Bremsbeläge Trommel in der Hinterradnabe + zwei Bremsbacken
Bremsflüssigkeit DOT 4 (laut Handbuch auch DOT 3) —
Verschleißnachstellung automatisch (Kolben rückt nach, Flüssigkeitsstand sinkt) von Hand an der Einstellmutter der Bremsstange
Verschleißanzeige Verschleißmarke am Belag (Sichtprüfung am Sattel) Zeiger am Bremsnockenhebel/Anzeigeplatte gegen Markierung an der Bremsankerplatte
Bremslicht Schalter am Handhebel (3MW-83980-00) Zugschalter am Pedal (3J0-82530-02), siehe 06

2. Unterschiede 1996 (3MW5) gegenüber 1997 (3MW6)

Der Vergleich der Teilekataloge (yamaha-parts.ca und cmsnl für 3MW5 1996 Frankreich; yamaha-parts.ca für 3MW6 1997 und 3MW7 1998) zeigt: Handbremszylinder und Hinterradbremse blieben gleich, die Vorderradbremse wurde 1997 umgestellt.

Bauteil 1996 (3MW5) 1997 (3MW6) / 1998 (3MW7) gleich?
Bremssattel komplett 3MW-2580U-00 „Caliper assembly (right)“ 4HM-2580T-00 „Caliper assembly (left)“ nein
Kolben-Satz 4X8-W0057-00 4FU-W0057-50 nein
Dichtsatz Sattel 2JK-W0047-00 4FU-W0047-50 nein
Staubmanschetten 5R2-25937-00 („Boot 2“) + 4X8-25917-00 („Boot“) 5R2-25937-00 + 3YX-25937-00 teilweise
Bremsbelagsatz 3MW-W0045-00 4HM-W0045-00 nein
Belaghalterung Stiftführung: Belagstift 34L-25924-00, Feder 29L-25936-00, Federabdeckung 29L-25935-00, Belagfeder 11H-25919-00 ⚠️, Distanzblech 11U-25827-00 Belagträger 4BP-25919-00 ⚠️ + Antiklapperfeder 3YX-25929-00 nein
Entlüftungsschraube (Satz) 51L-W0048-00 51L-W0048-00 ja
Bremsscheibe 3MW-2582U-00 („Disc, brake (D)“) 4GA-2582U-00 nein
Scheibenschrauben 90109-08718-00 (Innensechskant, Linsenkopf) 90109-081F0-00 („34L“) nein
Sattelschraube („Bolt, washer based“) 90105-10634-00 90105-10638-00 („3VD“) nein
Bremsleitung 3MW-25872-01 4WP-25872-00 nein
Leitungshalter 3MW-25876-01 3EN-25875-01 bzw. 3EN-25875-20 nein
Handbremszylinder (Unterbaugruppe) 2RJ-25870-00 / 3TB-25870-00 2RJ-25870-00 / 3TB-25870-00 ja
Reparatursatz Handbremszylinder 23L-W0041-00 23L-W0041-00 (alt: 4L0-W0041-00) ja
Membran / Deckel Ausgleichsbehälter 4L0-25854-00 / 4H7-25852-00 4L0-25854-00 / 4H7-25852-00 ja
Halter Handbremszylinder 4L0-25867-00 4L0-25867-00 ja
Hohlschraube / Scheibe 90401-10159-00 / 90201-10118-00 90401-10159-00 / 90201-10118-00 ja
Bremsbackensatz hinten 2JL-W2536-10 2JL-W2536-10 ja
Bremsankerplatte, Nockenwelle, Nockenhebel 5H0-25321, 3Y6-25351-00, 5H0-25355-00 gleich ja
Momentabstützung 451-25371-01, Schraube + selbstsichernde Mutter 95617-08200 + Splint 91490-20025 451-25371-01, selbstsichernde Mutter 95607-08200 + Splint 91401-20015 oder 91401-20012 ⚠️ (die Katalogauslesungen widersprechen sich; eine führt 91401-20012 erst ab 1998) Stange ja, Kleinteile nein
Fußbremshebel / Achse / Bremsstange 5H0-27211-00-93 / 5H0-27212-00 / 3Y6-27231-00 gleich ja
Bremslichtschalter vorne / hinten 3MW-83980-00 / 3J0-82530-02 gleich ja

Folgen für die Praxis:

  • Bremsbeläge vorne nicht nach Modelljahr, sondern nach Sattel bestellen. Die 1996er braucht 3MW-W0045-00 (Stiftführung), ab 1997 passt 4HM-W0045-00. Die in manchen Angeboten genannte Angabe „3MW-W0045-00 für SR125 1992–2002“ widerspricht den Teilekatalogen ⚠️.
  • Handbuchwerte zum Sattel (Kolbendurchmesser 30,16 mm / 25,4 mm bzw. 1,19 in / 1,00 in, Belagwechsel mit „Caliper support bolt“ und „Pad support“) beschreiben den 4HM-Sattel ab 1997. Für den 3MW-Sattel der 1996er sind Kolbenmaße und Belagstärken nicht belegt ⚠️.
  • Einbauseite: Der 1996er Katalog nennt den Sattel „right“, die Kataloge 1997/1998 „left“. Der Scheibenhersteller EBC führt seine Scheibe MD2085LS für die SR125 1997–2002 als „vorne links“, yamaha-parts.ca die 1998er Scheibe dagegen als „right“. Ob die Bremse 1997 tatsächlich die Seite gewechselt hat oder nur die Katalogbezeichnung abweicht, ist nicht geklärt ⚠️. Am Fahrzeug nachsehen, bevor Scheibe, Sattel oder Leitung gebraucht gekauft werden.
  • Teilecode 25919: Die Position heißt im 1996er Katalog „Belagfeder“ (11H-25919-00), im 1997er „Belagträger“ (4BP-25919-00). Beide Bezeichnungen stammen aus den französischen Katalogtexten; welche Übersetzung die Funktion trifft, ist nicht belegt ⚠️. Die eigentliche Feder am 1997er Sattel ist die Antiklapperfeder 3YX-25929-00.
  • Umbau 1996 → 1997er Bremse ist denkbar (Sattel, Scheibe, Leitung, Beläge als Satz), aber nicht dokumentiert. Passt der Sattel nicht an die vorhandene Aufnahme der Gabel, ist das ein Eingriff an der Bremsanlage mit Eintragungspflicht ⚠️.

3. Vorderradbremse — Kenndaten

Werte aus dem Werkstatthandbuch 1997 (Wartungsdaten Druck-S. 2-11, Prüfseiten Kapitel 3 und 6). Wo sie nur für den 1997er Sattel gelten, steht das dabei.

Merkmal Standard Grenzwert
Bremsscheibe, Außendurchmesser 267 mm (10,51 in) —
Bremsscheibe, Dicke 4,0 mm (0,16 in) 3,5 mm (0,14 in)
Bremsscheibe, Schlag (Seitenschlag) — 0,15 mm (0,0059 in)
Bremsbeläge innen/außen, Dicke 6,2 mm (0,24 in) 0,8 mm (0,03 in) (Belag des 1997er Sattels)
Handbremszylinder, Bohrung 12,7 mm (0,50 in) —
Bremssattel, Kolben 1 / Kolben 2 30,16 mm (1,19 in) / 25,4 mm (1,00 in) (1997er Sattel 4HM) —
Bremsflüssigkeit DOT 4 (Handbuch: „DOT #4 or DOT #3“) —
Spiel am Bremshebel 2–5 mm (0,08–0,20 in) am Hebelende —
  • Sattelbauart: Der 1997er Sattel (4HM) ist ein Schwimmsattel mit Kolben nur auf einer Seite und laut Handbuch zwei Kolben unterschiedlicher Größe (der Kolbenausbau beschreibt „bigger side“ und „smaller side caliper pistons“). Für den 1996er 3MW-Sattel sind Bauart und Kolbenzahl nicht belegt ⚠️; die Stiftführung der Beläge (§ 2) spricht nicht gegen einen Schwimmsattel, beweist ihn aber auch nicht.
  • 1996er Scheibe: Die Katalognummer weicht ab (3MW- statt 4GA-). Ob Durchmesser, Dicke und Lochkreis gleich sind, ist nicht belegt ⚠️. Ein Zubehörkatalog führt für die SR125 eine Scheibe 267 × 132 × 4,5 mm (10,51 × 5,20 × 0,18 in); ob das die ältere Ausführung ist, ist offen ⚠️. Die auf der Scheibe eingeschlagene Mindestdicke hat Vorrang.
  • Ab 1997er Scheibe (Zubehör EBC MD2085LS): Außen 267 mm (10,51 in), innen 132,2 mm (5,20 in), 4 mm (0,16 in) dick, 6 Löcher Ø 8,5 mm (0,33 in) auf Lochkreis 150 mm (5,91 in), starr, Edelstahl, KBA-Nummer 61335.

4. Bremsflüssigkeit

Punkt Wert / Hinweis
Sorte DOT 4 auf Glykolbasis (Handbuch erlaubt auch DOT 3). Kein DOT 5 (Silikon) — verträgt sich nicht mit den Dichtungen und darf nicht gemischt werden. DOT 5.1 ist glykolbasiert und mit DOT 4 mischbar ⚠️ (allgemeine Norm-Aussage, nicht Yamaha).
Siedepunkte (FMVSS 116, Mindestwerte) DOT 4: trocken 230 °C (446 °F), nass 155 °C (311 °F) · DOT 3: trocken 205 °C (401 °F), nass 140 °C (284 °F)
Füllstand prüfen Motorrad auf dem Hauptständer, Lenker so drehen, dass der Behälterdeckel waagerecht steht; Stand muss über der Marke LOWER liegen
Menge für einen Wechsel im Handbuch nicht angegeben; eine Flasche mit 250 mL (8,5 US fl oz) reicht erfahrungsgemäß für Wechsel und Entlüften ⚠️
Wechselintervall Handbuch: Flüssigkeit erneuern, wenn Hauptbremszylinder oder Sattel zerlegt werden; innere Dichtungen alle 2 Jahre, Bremsleitung alle 4 Jahre oder bei Rissen. Betriebsanleitung 2000: Bremsflüssigkeit alle 2 Jahre wechseln (Werksangabe für das Modelljahr 2000; für die 1996er nicht gesondert belegt, siehe Wartungsplan)
  • Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch: Angebrochene Flaschen nicht lagern, nur aus verschlossenen Gebinden nachfüllen.
  • Bremsflüssigkeit greift Lack und Kunststoff an (Tank, Scheinwerfer, Instrumente). Beim Öffnen des Behälters einen Lappen unterlegen, Spritzer sofort mit Wasser abwaschen.
  • Sinkender Stand bedeutet in der Regel abgefahrene Beläge. Nicht einfach bis MAX auffüllen: Beim Belagwechsel drückt der zurückgeschobene Kolben die Flüssigkeit wieder hoch, und der Behälter kann überlaufen.

5. Prüfen & Einstellen

Bremshebel vorne (Handbuch Druck-S. 3-17)

  1. Kontermutter am Hebel lösen.
  2. Einstellschraube hinein- oder herausdrehen, bis das Spiel am Hebelende 2–5 mm (0,08–0,20 in) beträgt (hinein = weniger Spiel).
  3. Kontermutter festziehen.
  4. Rad drehen: Die Bremse darf nicht schleifen.

  5. Weicher, schwammiger Hebel = Luft im System → entlüften (§ 6). Das lässt sich nicht durch Hebeleinstellung beheben.

Bremsbeläge vorne (Handbuch Druck-S. 3-20)

  • Hebel ziehen und die Beläge von vorne/unten am Sattel ansehen. Wenn die Verschleißanzeige fast die Scheibe berührt bzw. der Belag die Grenze 0,8 mm (0,03 in) erreicht: beide Beläge als Satz wechseln (§ 7).

Bremspedal hinten (Handbuch Druck-S. 3-18)

  1. Pedalhöhe: Kontermutter am Pedalanschlag lösen, Einstellschraube drehen, bis die Pedaloberkante etwa auf Höhe der Fußrastenoberkante liegt ⚠️ (Handbuch-Auslesung: „0 mm below the top of the footrest“), Kontermutter festziehen.
  2. Spiel: Einstellmutter an der Bremsstange (am Bremsnockenhebel) drehen, bis das Pedal 20–30 mm (0,8–1,2 in) Spiel hat (hinein = weniger Spiel).
  3. Danach den Bremslichtschalter einstellen (§ 12).
  4. Rad drehen: Die Bremse darf nicht schleifen.

  5. Nach jedem Kettenspannen verändert sich der Abstand Achse–Pedal. Deshalb vor dem Verschieben des Rads die Einstellmutter lockern und danach das Spiel neu einstellen (siehe Sekundärantrieb § 6).

Bremsbacken hinten — Verschleißanzeige (Handbuch Druck-S. 3-20)

  • Pedal treten und den Zeiger an der Bremsankerplatte ansehen. Erreicht er die Verschleißgrenzmarke, beide Backen als Satz wechseln (§ 11).

6. Vorderradbremse entlüften (Handbuch S. 3-21)

Nötig, wenn die Anlage geöffnet war (Leitung, Sattel, Hauptbremszylinder), wenn der Stand sehr niedrig war oder wenn der Hebel weich ist.

  1. Behälter mit frischer DOT 4 füllen, Membran auflegen (nichts verschütten).
  2. Durchsichtigen Schlauch auf die Entlüftungsschraube am Sattel stecken, anderes Ende in ein Auffanggefäß.
  3. Hebel langsam mehrmals betätigen.
  4. Hebel gezogen halten und die Entlüftungsschraube öffnen; der Hebel wandert zum Griff.
  5. Sobald der Hebel am Griff anliegt, die Schraube schließen und erst dann den Hebel loslassen.
  6. Schritte 3–5 wiederholen, bis keine Luftblasen mehr im Schlauch erscheinen.
  7. Entlüftungsschraube mit 6 N·m (4,4 ft·lb) festziehen (Prozedurseiten und spaltengenaue Drehmomenttabelle, siehe Anzugsdrehmomente).
  8. Behälter bis zur richtigen Marke auffüllen, Deckel montieren (Schrauben 2 N·m / 1,5 ft·lb).
  9. Bremse vor der ersten Fahrt prüfen.

  10. Während des Entlüftens nie den Behälter leer laufen lassen, sonst wird Luft angesaugt und alles beginnt von vorn.

  11. Hartnäckige Luft: Laut Handbuch die Flüssigkeit einige Stunden ruhen lassen und dann erneut entlüften. Praktisch hilft auch, den Hebel über Nacht mit einem Kabelbinder gezogen zu halten.
  12. Vakuum-Entlüfter funktionieren an der kleinen Anlage gut. Die Gewindegänge der offenen Entlüftungsschraube ziehen dabei aber Luft; kleine Blasen im Schlauch sind dann kein Beweis für Luft im System.

7. Bremsbeläge vorne wechseln

Ab 1997 (4HM-Sattel, Ablauf laut Handbuch Druck-S. 6-9/6-10)

  1. Sattelstützbolzen („Caliper support bolt“) lösen und herausdrehen; den Sattel in Pfeilrichtung schwenken bzw. abziehen.
  2. Beläge und Belagträger („Pad support“) entnehmen. Beim Belagwechsel laut Handbuch neue Belagfedern verwenden; im 1997er Katalog ist das vermutlich die Antiklapperfeder 3YX-25929-00 ⚠️.
  3. Kolben mit dem Finger in den Sattel zurückdrücken. Der Flüssigkeitsstand im Behälter steigt dabei — vorher etwas Flüssigkeit absaugen.
  4. Neue Beläge einsetzen, Sattel zurückschwenken.
  5. Stützbolzen mit 23 N·m (17 ft·lb) festziehen.
  6. Flüssigkeitsstand prüfen, Hebel mehrmals pumpen, bis der Druckpunkt steht.
  7. Fühlt sich der Hebel schwammig an: entlüften (§ 6).

1996 (3MW-Sattel mit Belagstift) ⚠️

Das Handbuch 1997 beschreibt den Wechsel für den 3MW-Sattel nicht. Aus der Teileliste (Belagstift, Feder, Federabdeckung, Belagfeder, Distanzblech) ergibt sich der übliche Ablauf für Sättel mit Stiftführung:

  1. Federabdeckung bzw. Sicherung des Belagstifts abnehmen.
  2. Belagstift herausziehen, Beläge mit Belagfeder und Distanzblech entnehmen. Einbaulage vorher fotografieren.
  3. Kolben zurückdrücken (Flüssigkeitsstand beachten).
  4. Neue Beläge, Belagfeder und Distanzblech einsetzen, Stift einschieben und sichern. Ein Anzugsmoment für Belagstift oder Sicherung ist nicht belegt ⚠️.
  5. Hebel pumpen, Stand prüfen, ggf. entlüften.

  6. Beläge immer als Satz (beide Seiten) wechseln. Neue Beläge einbremsen: die ersten 100–200 km (60–120 mi) keine Vollbremsungen.

  7. Kein Fett und kein Öl auf Belag oder Scheibe. Verschmutzte Beläge nicht reinigen, sondern ersetzen.
  8. Den Belagstift und die Gleitstellen sparsam mit Bremsenpaste (silikonfrei, für Gleitführungen) behandeln — nie die Reibfläche ⚠️.

8. Bremssattel überholen (Handbuch Druck-S. 6-15 bis 6-18, 1997er Sattel)

Ausbau: Leitungshalter lösen → Hohlschraube mit beiden Dichtscheiben abschrauben (Flüssigkeit ablassen, Leitung hochbinden) → Sattelschrauben lösen → Sattel abnehmen.

Zerlegen: 1. Beläge ausbauen (§ 7). 2. Den kleineren Kolben mit einem Holzklotz festhalten und den größeren Kolben mit Druckluft über die Anschlussbohrung der Leitung herausdrücken. 3. Dichtringe (Kolbendichtung, Staubdichtung) entfernen, großen Kolben wieder einsetzen und den kleinen Kolben auf dieselbe Weise herausdrücken. 4. Kolben nie heraushebeln. Druckluft mit Gefühl dosieren und Finger aus dem Weg halten — der Kolben kommt schlagartig.

Prüfen: Zylinderbohrungen und Kolben auf Riefen und Verschleiß — bei Schäden laut Handbuch kompletten Sattel ersetzen. Kolben mit Korrosionsnarben ersetzen.

Zusammenbau: - Alle Innenteile nur mit frischer Bremsflüssigkeit reinigen und benetzen (kein Benzin, kein Bremsenreiniger auf die Dichtungen). - Kolbendichtungen und Staubdichtungen bei jedem Zerlegen erneuern (Dichtsatz 1996: 2JK-W0047-00, ab 1997: 4FU-W0047-50). - Kolben mit Bremsflüssigkeit benetzt einsetzen. - Sattel montieren (Sattelschrauben 40 N·m / 30 ft·lb, Wert des Handbuchs 1997), Leitung mit zwei neuen Dichtscheiben und Hohlschraube 30 N·m (22 ft·lb) anschließen. Die Leitung liegt dabei leicht am Anschlag des Sattels an. - Behälter füllen und entlüften (§ 6).


9. Handbremszylinder überholen (Handbuch Druck-S. 6-10 bis 6-13)

Ausbau (Reihenfolge laut Handbuch): Rückspiegel rechts (2 N·m / 1,5 ft·lb) → Bremshebel mit Druckfeder → Bremslichtschalter → Hohlschraube mit Dichtscheiben → Bremsleitung → Halter → Handbremszylinder.

Zerlegen: Gummimanschette → Sicherungsring → Reparatursatz (Kolben mit Manschetten) → Feder.

Prüfen: Kolben (Riefen, Verschleiß → Reparatursatz 23L-W0041-00), Manschetten (Risse), Zylinderbohrung (Riefen, Verschleiß → komplette Einheit ersetzen), Membran (Risse → ersetzen).

Zusammenbau: 1. Alle Innenteile mit frischer Bremsflüssigkeit benetzen. Kolben- und Staubdichtungen bei jedem Zerlegen erneuern. 2. Feder mit dem kleineren Durchmesser zum Kolben einsetzen, dann den Reparatursatz. 3. Neuen Sicherungsring in die Nut setzen, neue Gummimanschette aufziehen. 4. Zylinder mit Halter montieren, Markierung „UP“ nach oben, Halterschrauben 9 N·m (6,6 ft·lb). Obere Schraube zuerst anziehen, dann die untere ⚠️ (übliche Praxis, nicht im Handbuch-Auszug). 5. Leitung mit Dichtscheiben auf beiden Seiten der Hohlschraube anschließen: 30 N·m (22 ft·lb). 6. Behälter füllen, entlüften, Bremslicht prüfen.


10. Bremsleitung

Punkt Wert / Hinweis
Serienleitung Gummileitung mit Hohlschraubenanschlüssen; 1996: 3MW-25872-01, ab 1997: 4WP-25872-00
Hohlschrauben M10, 30 N·m (22 ft·lb), Dichtscheiben 90201-10118-00 immer neu
Wechselintervall Handbuch: alle 4 Jahre oder bei Rissen, Quellungen, Scheuerstellen
Prüfen bei jeder Wartung: Risse, Ausbeulen beim Ziehen des Hebels, feuchte Anschlüsse, Scheuerstellen an Gabel und Schutzblech
  • Eine Serienleitung aus den 1990er Jahren ist heute deutlich über dem Wechselintervall. Bei unbekannter Historie gleich tauschen.
  • Stahlflexleitung (Deutschland): Zulässig ist eine Leitung mit ABE für dieses Fahrzeug (ABE mitführen, keine Eintragung nötig) oder mit Teilegutachten (dann Abnahme und Eintragung bei TÜV/DEKRA). Eine Leitung ohne Prüfzeichen oder ohne Papiere führt zum Erlöschen der Betriebserlaubnis ⚠️ (allgemeine Rechtslage, § 19 StVZO; für die SR125 nicht einzeln geprüft).
  • Stahlflexleitungen für die SR125 werden nach Sattel bzw. Baujahr unterschieden; die 1996er und die 1997er Leitung haben verschiedene Teilenummern. Ob sich Länge und Anschlusswinkel unterscheiden, ist daraus nicht sicher abzuleiten ⚠️; beim Kauf nach Sattel und Baujahr bestellen oder die alte Leitung messen.

11. Hinterradbremse (Trommel)

Kenndaten (Handbuch Druck-S. 2-11 und 6-25)

Merkmal Standard Grenzwert
Bauart Simplex („Leading, trailing“) —
Trommel-Innendurchmesser 110 mm (4,33 in) 111 mm (4,37 in)
Belagdicke Bremsbacken 4 mm (0,16 in) 2 mm (0,08 in)
Backenbreite 25 mm (0,98 in) ⚠️ — nur Zubehörangabe Ferodo FSB731A (siehe § 17), nicht im Handbuch —
Rückzugfedern, ungespannte Länge 50,5 mm (1,99 in) —
Spiel Bremspedal 20–30 mm (0,8–1,2 in) —

Aufbau

  • Bremsankerplatte 5H0-25321 mit Bremsnockenwelle (3Y6-25351-00), zwei Bremsbacken (Satz 2JL-W2536-10) und zwei Rückzugfedern (90506-15260-00).
  • Bremsnockenhebel (5H0-25355-00) auf der verzahnten Nockenwelle, geklemmt mit Schraube und Mutter M6, 9 N·m (6,6 ft·lb).
  • Verschleißanzeigeplatte (3Y6-2533A-01) auf der Nockenwelle, mit Zeiger gegen eine Markierung an der Ankerplatte.
  • Momentabstützung (Tension bar 451-25371-01) zwischen Ankerplatte und Schwinge, beidseitig M8, 20 N·m (15 ft·lb), gesichert mit selbstsichernder Mutter und Splint (1996 und 1997, jeweils mit eigenen Teilenummern, siehe § 2). Splint bei jedem Lösen erneuern.
  • Die Ankerplatte stützt sich nur über die Momentabstützung ab. Ohne Momentabstützung dreht die Ankerplatte beim Bremsen mit — nie ohne sie fahren.

Bremsbacken wechseln (Handbuch Druck-S. 6-20 bis 6-27)

  1. Einstellmutter von der Bremsstange drehen, Stange mit Stift und Druckfeder aus dem Nockenhebel nehmen.
  2. Splint und Mutter der Momentabstützung an der Ankerplatte entfernen.
  3. Hinterrad ausbauen (Achsmutter, Kette vom Kettenrad; ob der Kettenkasten dafür ab muss, ist offen ⚠️ — siehe Räder & Reifen § 10 und Sekundärantrieb).
  4. Ankerplatte aus der Nabe ziehen. Trommel prüfen: Innendurchmesser messen (Grenze 111 mm / 4,37 in), Lauffläche auf Öl, Riefen und Verschleiß prüfen. Leichte Riefen und Glanzstellen mit feinem Schleifleinen (Körnung 100–120 ⚠️) quer anschleifen.
  5. Backen prüfen: Belagdicke messen (Grenze 2 mm / 0,08 in). Verglaste Beläge leicht anschleifen, ölige Beläge ersetzen.
  6. Backen samt Federn abnehmen, indem man sie V-förmig von Nocken und Lagerbolzen abklappt.
  7. Beim Zusammenbau:
  8. Anzeigeplatte: Nase der Platte in die Nut der Nockenwelle setzen.
  9. Nockenhebel: Körnerpunkt der Nockenwelle mit der Markierung am Hebel ausrichten.
  10. Nockenwelle und Lagerbolzen dünn mit Lithiumseifenfett schmieren, überschüssiges Fett entfernen.
  11. Neue Backen mit Federn einhängen, die Federn dabei nicht überdehnen. Federn beim Backenwechsel als Satz erneuern.
  12. Rad einbauen, Momentabstützung mit neuem Splint, Achsmutter festziehen (siehe Sekundärantrieb § 11), Pedalspiel und Bremslicht einstellen (§ 5, § 12).

  13. Neue Backen einbremsen: Anfangs mehrmals moderat bremsen, bis die Backen voll tragen.

  14. Öl auf den Belägen (z. B. vom Kettenfett oder von einem undichten Nabendichtring) macht die Bremse wirkungslos. Ursache beheben, Backen ersetzen, Trommel mit Bremsenreiniger entfetten.

12. Bremslichtschalter

Schalter Teilenummer Einstellung
vorne, am Handhebel 3MW-83980-00 nicht einstellbar; bei Defekt ersetzen
hinten, Zugschalter am Pedal 3J0-82530-02 Einstellmutter am Schalter
  • Einstellung hinten (Handbuch Druck-S. 3-20): Das Bremslicht soll kurz bevor die Bremswirkung einsetzt aufleuchten.
  • Schalterkörper festhalten und nur die Einstellmutter drehen: hineindrehen = Licht kommt früher, herausdrehen = später.
  • Nach jeder Einstellung von Pedalhöhe oder Pedalspiel den Schalter nachstellen.
  • Elektrische Prüfung (Durchgang, Kabelfarben) siehe Bordnetz, Kabelbaum & Sicherungen.

13. Wartungsübersicht

Punkt Intervall (Handbuch 1997) Hinweis
Vorder- und Hinterradbremse: Funktion, Undichtigkeiten, Verschleiß alle 6.000 km (3.700 mi) oder 6 Monate ggf. korrigieren
Bremsflüssigkeitsstand vor jeder Fahrt (Betriebsanleitung) bzw. bei jeder Wartung über LOWER
Bremsflüssigkeit erneuern bei Zerlegen von Hauptbremszylinder/Sattel; alle 2 Jahre (Betriebsanleitung 2000) DOT 4
Innere Dichtungen Hauptbremszylinder und Sattel alle 2 Jahre Reparatursätze
Bremsleitung alle 4 Jahre oder bei Rissen Dichtscheiben neu
Nockenwelle hinten, Hebel- und Pedallager bei jeder Wartung schmieren ⚠️ Lithiumseifenfett

Den vollständigen Wartungsplan enthält Wartungsplan, Betriebsstoffe & Füllmengen.


14. Anzugsmomente

Werte aus der Drehmomenttabelle „Chassis“ (Handbuch Druck-S. 2-12) und den Explosionszeichnungen in Kapitel 6 des Handbuchs 1997. Sattel- und Scheibenwerte beziehen sich damit auf die 1997er Vorderradbremse; die 1996er Sattelschraube (90105-10634) und Scheibenschrauben (90109-08718) haben andere Teilenummern (siehe § 2), die Werte gelten für sie nur mit Vorbehalt ⚠️.

Verbindung Gewinde Anzugsmoment Hinweis
Bremssattel an Gabel M10 40 N·m (30 ft·lb) Tabelle und Kapitel 6 (Handbuch 1997; 1996er Schraube 90105-10634 mit anderer Teilenummer ⚠️)
Sattelstützbolzen (Belagwechsel, 1997er Sattel) — ⚠️ 23 N·m (17 ft·lb) Kapitel 6, Druck-S. 6-9; Gewinde nicht belegt
Bremsscheibe an Vorderrad M8 23 N·m (17 ft·lb) Tabelle (Handbuch 1997; 1996er Scheibenschrauben 90109-08718 mit anderer Teilenummer ⚠️); Schraubensicherung nicht belegt ⚠️
Hohlschraube Bremsleitung M10 30 N·m (22 ft·lb) neue Dichtscheiben
Entlüftungsschraube M7 6 N·m (4,4 ft·lb) Prozedurseiten und spaltengenaue Drehmomenttabelle, siehe Anzugsdrehmomente
Halter Handbremszylinder M6 9 N·m (6,6 ft·lb) „UP“-Marke nach oben
Deckel Ausgleichsbehälter M4 2 N·m (1,5 ft·lb) nicht überdrehen
Rückspiegel — 2 N·m (1,5 ft·lb) laut Ausbauseite ⚠️ (Wert gilt vermutlich für die Kontermutter)
Bremsnockenhebel M6 9 N·m (6,6 ft·lb) Markierungen ausrichten
Momentabstützung an Ankerplatte und Schwinge M8 20 N·m (15 ft·lb) Mutter + Splint (beide Jahrgänge, andere Teilenummern; Mutterntyp nicht geklärt ⚠️); Splint neu
Vorderachse M14 59 N·m (43,5 ft·lb) Einbauseiten (Online-S. 151, Online-S. 156) und spaltengenaue Drehmomenttabelle, siehe Anzugsdrehmomente
Hinterachsmutter M14 65 N·m (48 ft·lb) spaltengenaue Drehmomenttabelle, siehe Anzugsdrehmomente; 1996 Kronenmutter mit Splint

15. Typische Probleme

  • Schwammiger Hebel: Luft im System oder alte, wasserhaltige Flüssigkeit, die unter Hitze Dampfblasen bildet. Flüssigkeit wechseln und sorgfältig entlüften. Bleibt der Hebel weich, sind oft aufgeblähte Gummileitungen oder verschlissene Manschetten im Hauptbremszylinder schuld.
  • Hängender Sattel / heiße Scheibe: Bei den inzwischen sehr alten Sätteln korrodieren Kolben und Gleitführungen (Belagstift, Sattelbolzen). Das Rad lässt sich schwer drehen, die Scheibe läuft blau an, Beläge verschleißen einseitig. Abhilfe: Sattel überholen (§ 8), Gleitstellen reinigen und schmieren.
  • Hebel kommt nicht zurück: Ausgleichsbohrung im Hauptbremszylinder verstopft oder Hebel zu stramm eingestellt (kein Spiel) → Hebelspiel prüfen, Zylinder überholen.
  • Pulsierender Hebel: Scheibe verzogen (Schlag über 0,15 mm / 0,0059 in) oder ungleichmäßige Belagablagerungen → Schlag mit Messuhr prüfen, Scheibe ggf. ersetzen.
  • Quietschen vorne: fehlende oder falsch montierte Belagfeder/Distanzblech (1996) bzw. Antiklapperfeder (ab 1997), verglaste Beläge.
  • Verglaste Trommelbremse hinten: Bremse greift schlecht und quietscht. Beläge und Trommel anschleifen, bei Öl ersetzen.
  • Bremslicht leuchtet dauernd: Schalter hinten verstellt oder Pedal geht nicht ganz zurück (Rückholfeder, schwergängige Pedalachse).
  • Bremse hinten schleift nach dem Kettenspannen: Einstellmutter nicht nachgestellt (siehe Sekundärantrieb).
  • Standschäden nach langer Standzeit: fest korrodierte Kolben, verhärtete Manschetten, Rost auf der Scheibe. Vor Wiederinbetriebnahme komplette Anlage überholen, Flüssigkeit und Leitung erneuern.

16. Fehlerdiagnose

Symptom Wahrscheinliche Ursache Abhilfe
Hebel weich, lässt sich bis zum Griff ziehen Luft im System · Flüssigkeit alt · Stand zu niedrig Stand prüfen, Flüssigkeit wechseln, entlüften (§ 6)
Hebel weich trotz Entlüften Gummileitung bläht sich · Manschetten im Hauptbremszylinder verschlissen Leitung erneuern (§ 10), Zylinder überholen (§ 9)
Hebel wird bei Fahrt langsam härter, Bremse zieht Ausgleichsbohrung verstopft · kein Hebelspiel Spiel 2–5 mm (0,08–0,20 in) einstellen, Zylinder reinigen/überholen
Bremse vorne zieht schlecht, Hebel fest Beläge verglast oder verölt · Scheibe verschmutzt Beläge ersetzen, Scheibe entfetten
Vorderrad dreht schwer, Scheibe heiß Kolben/Gleitführung korrodiert · Belagstift klemmt Sattel überholen (§ 8)
Rubbeln/Pulsieren beim Bremsen vorne Scheibe verzogen · Radlager lose Schlag messen (max. 0,15 mm / 0,0059 in), Radlager prüfen
Flüssigkeit tritt aus Hohlschraube ohne neue Dichtscheiben · Manschette · Entlüftungsschraube offen Dichtscheiben erneuern, Drehmomente prüfen
Hinterradbremse greift schwach Backen verglast oder verölt · Trommel über 111 mm (4,37 in) · Nockenhebel verstellt Backen/Trommel prüfen, Hebelstellung prüfen (§ 11)
Pedal hat viel Weg, Anzeige am Limit Backen verschlissen Backen als Satz ersetzen (§ 11)
Hinterradbremse schleift Pedalspiel zu klein · Rückzugfedern lahm · Nockenwelle schwergängig Spiel 20–30 mm (0,8–1,2 in) einstellen, Federn/Welle prüfen
Bremslicht leuchtet nicht Glühlampe · Schalter vorne/hinten · Leitung siehe 06

17. Nachbau- und Zubehörteile

Passungs- und Verwendungsangaben stammen aus Händler- und Herstellerlisten, nicht aus Yamaha-Unterlagen. Vor dem Kauf immer mit dem eingebauten Sattel bzw. der Originalteilenummer abgleichen.

Teil 1992–1996 (3MW-Sattel) ab 1997 (4HM-Sattel) Bemerkung
Bremsbeläge vorne, TRW Lucas MCB524 („SR125 SE 92–96“) MCB666 („SR 125 97–02“) ⚠️ Händlerangaben
Bremsbeläge vorne, EBC FA081 (für SR125 gelistet, gleiche Gruppe wie MCB524) ⚠️ für 1997–2003 gelistet, Typnummer nicht belegt (möglicherweise FA199) ⚠️ vor dem Kauf Form vergleichen
Bremsbeläge vorne, Goldfren 018S33 (für „SR 125 1996“ gelistet) ⚠️ — Sinter
Bremsscheibe vorne nicht belegt ⚠️ EBC MD2085LS (267 × 4 mm / 10,51 × 0,16 in, 6 Löcher, 1997–2002, KBA 61335) ABE/KBA-Nummer prüfen
Bremsbacken hinten Ferodo FSB731A (110 × 25 mm / 4,33 × 0,98 in) ⚠️ wie 1996 Maß 110 × 25 mm (4,33 × 0,98 in) passt zur 3MW-Trommel
  • EBC Y506 wird im EBC-Katalog als „SR 125 (3MW2 Type), 1991“ mit 130 × 28 mm (5,12 × 1,10 in) geführt. Das widerspricht der 110-mm-Trommel (4,33 in) der 3MW laut Handbuch. Vor einem Kauf die Trommel messen ⚠️.
  • Bremsenteile müssen in Deutschland zugelassen sein: Beläge und Scheiben mit ABE/KBA-Nummer bzw. ECE-R90-Kennzeichnung kaufen. Teile ohne Zulassung führen bei der HU zu einem Mangel ⚠️.

Quellen

  • Yamaha SR125 Service Manual 3MW-AE1 (1997) — manualslib, Wartungsdaten Bremsen Druck-S. 2-11 (Online-S. 31): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=31
  • dto. — Drehmomenttabelle Chassis Druck-S. 2-12 (Online-S. 32): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=32
  • dto. — Bremshebel, Bremspedal, Flüssigkeitsstand, Beläge, Bremslichtschalter, Entlüften (Online-S. 63–68): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=66
  • dto. — Bremsscheibe prüfen (Online-S. 154): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=154
  • dto. — Vorderradbremse: Belagwechsel, Hauptbremszylinder, Sattel (Online-S. 158–168): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=159
  • dto. — Hinterrad, Hinterradbremse, Bremsankerplatte (Online-S. 170, 175, 177): https://www.manualslib.com/manual/882832/Yamaha-Sr125-1997.html?page=177
  • Yamaha SR125 Service Manual 3MW-AE1 (1997) — idoc.pub (Wartungsdaten, Wartungsplan-Hinweise zu Dichtungen und Bremsleitungen): https://idoc.pub/documents/yamaha-sr125service-manual-3mw-ae1-1997-english-8jlkgm2m07n5
  • yamaha-parts.ca — SR125 1996 (3MW5), Front Brake Caliper: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/FRONT-BRAKE-CALIPER/27_2658-2658/B26/0/6988
  • yamaha-parts.ca — SR125 1996 (3MW5), Front Master Cylinder: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/FRONT-MASTER-CYLINDER/27_2658-2658/B29/0/6988
  • yamaha-parts.ca — SR125 1996 (3MW5), Rear Wheel: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/REAR-WHEEL/27_2658-2658/B27/0/6988
  • yamaha-parts.ca — SR125 1996 (3MW5), Stand/Footrest: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1996/SR/SR125/STAND--FOOTREST/27_2658-2658/B30/0/6988
  • yamaha-parts.ca — SR125 1997 (3MW6), Front Brake Caliper: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/FRONT-BRAKE-CALIPER/27_2663-2663/B26/0/6899
  • yamaha-parts.ca — SR125 1997 (3MW6), Front Master Cylinder: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/FRONT-MASTER-CYLINDER/27_2663-2663/B29/0/6899
  • yamaha-parts.ca — SR125 1997 (3MW6), Rear Wheel: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/REAR-WHEEL/27_2663-2663/B27/0/6899
  • yamaha-parts.ca — SR125 1997 (3MW6), Stand/Footrest: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1997/SR/SR125/STAND--FOOTREST/27_2663-2663/B30/0/6899
  • yamaha-parts.ca — SR125 1998 (3MW7), Front Brake Caliper: https://www.yamaha-parts.ca/yamaha-motorcycle/125-MOTO/1998/SR/SR125/FRONT-BRAKE-CALIPER/27_2665-2665/B26/0/6881
  • cmsnl.com — SR125 1996 3MW5 France, Front Brake: https://www.cmsnl.com/yamaha-sr125-1996-3mw5-france-263mw-351f1_model38287/partslist/0027.html
  • cmsnl.com — SR125 1996 3MW5 France, Rear Wheel: https://www.cmsnl.com/yamaha-sr125-1996-3mw5-france-263mw-351f1_model38287/partslist/0028.html
  • rad.eu — TRW Lucas MCB524, Anwendungsliste (u. a. „Yamaha SR125 SE (92–96)“): https://www.rad.eu/en/c/p/19122-trw-brake-pads-mcb524-allround-organic.htm
  • eBay.de — TRW Lucas MCB666 „Yamaha SR 125 97–02“ (befristetes Angebot, als Passungsquelle nicht dauerhaft prüfbar ⚠️): https://www.ebay.de/itm/233609255002
  • zweiradteile.net — EBC-Bremsscheibe MD2085LS für Yamaha SR 125 (1997–2002): https://www.zweiradteile.net/universalersatzteile/verschleissteile/fahrwerk-und-bremsen/bremsscheiben/27987/bremsscheibe-ebc-typ-md2085ls-fuer-yamaha-sr-125
  • ebc-bremsentechnik.de — EBC Y506 „Yamaha SR 125 (3MW2 Type)“: https://www.ebc-bremsentechnik.de/EBC-Y506-Premium-Bremsbacken-Yamaha-SR-125--3MW2-Type--163208.html
  • gmoto.de — Bremsenteile Yamaha SR 125 (Ferodo FSB731A 110 × 25 mm, EBC FA199, Scheibe 267 × 132 × 4,5 mm): https://gmoto.de/motorrad-bremsen,129/yamaha-sr-125/
  • agracing.com — Goldfren 018S33 für Yamaha SR 125 1996: https://www.agracing.com/products/goldfren-front-brake-pads-018s33-fits-yamaha-sr-125-flame-1996

⚠️ Zu prüfende Angaben

  • Vorderradbremse 1996 vs. 1997 — Laut Teilekatalogen wechselten 1997 Sattel (3MW → 4HM), Beläge (3MW-W0045 → 4HM-W0045), Scheibe (3MW → 4GA), Leitung (3MW → 4WP) und die Belagführung (Stift → Belagträger). Handbuchwerte zu Sattel und Belagwechsel gelten damit sicher nur ab 1997.
  • Einbauseite des Sattels — 1996 „right“, 1997/1998 „left“ im Katalog; EBC führt die 1997–2002-Scheibe als „vorne links“, yamaha-parts.ca die 1998er Scheibe als „right“. Am Fahrzeug prüfen.
  • 1996er Sattel — Bauart (Schwimmsattel?), Kolbenzahl, Kolbendurchmesser, Belagdicke und Verschleißgrenze, Anzugsmoment von Belagstift und Sicherung sowie der Belagwechsel-Ablauf (Stiftführung) nicht aus Yamaha-Unterlagen belegt; § 7 für 1996 ist aus der Teileliste abgeleitet.
  • Sattel- und Scheibenschrauben 1996 — 40 N·m (30 ft·lb) und 23 N·m (17 ft·lb) stammen aus dem Handbuch 1997; die 1996er Schrauben 90105-10634 und 90109-08718 haben andere Teilenummern.
  • Gewinde Sattelstützbolzen (1997er Sattel) — nicht belegt.
  • Teilecode 25919 — „Belagfeder“ (1996, 11H-25919-00) bzw. „Belagträger“ (1997, 4BP-25919-00); Funktion und Übersetzung prüfen. Ob die „neuen Belagfedern“ des Handbuchs die Antiklapperfeder 3YX-25929-00 meinen, ist abgeleitet.
  • Bremsleitung 1996/1997 — verschiedene Teilenummern; ob Länge und Anschlusswinkel abweichen, nicht belegt.
  • Splint der Momentabstützung 1997 — 91401-20015 oder 91401-20012; die Katalogauslesungen widersprechen sich, eine führt 91401-20012 erst ab 1998. Im Katalog 3MW6 prüfen.
  • Backenbreite hinten 25 mm (0,98 in) — nur aus der Zubehörangabe Ferodo FSB731A.
  • 1996er Bremsscheibe — Maße (Dicke, Lochkreis, Lochzahl) nicht belegt; ein Zubehörkatalog nennt 267 × 132 × 4,5 mm (10,51 × 5,20 × 0,18 in).
  • Pedalhöhe — Handbuch-Auslesung „0 mm below the top of the footrest“; Bedeutung am Fahrzeug bzw. im Papier-Handbuch prüfen.
  • Füllmenge für den Flüssigkeitswechsel — nicht belegt.
  • Rückspiegel 2 N·m (1,5 ft·lb) — Zuordnung auf der Ausbauseite unklar.
  • Zubehör-Beläge und -Backen — MCB524/MCB666, EBC FA081/FA199, Goldfren 018S33, Ferodo FSB731A nur aus Händlerlisten; die MCB666-Zuordnung stammt aus einem befristeten eBay-Angebot. EBC Y506 (130 × 28 mm / 5,12 × 1,10 in) für „3MW2“ widerspricht der 110-mm-Trommel (4,33 in).
  • Stahlflexleitungen — Rechtslage (ABE vs. Teilegutachten) allgemein dargestellt, nicht für ein konkretes SR125-Produkt geprüft.
  • Schraubensicherung Bremsscheibe — im Handbuch-Auszug nicht gefunden.
  • Schleifleinen-Körnung und Bremsenpaste an Gleitstellen — allgemeine Werkstattpraxis, nicht aus dem Yamaha-Handbuch.